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Erfolgreiche Strategien übernehmen: Darauf solltest du achten

Anleitungen, Templates und Coachings gibt es überall. Doch du solltest vorsichtig bei der Umsetzung sein

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Eine Vorlage, die du einfach durcharbeiten kannst – das klingt nach einer tollen Idee, wenn du auf der Suche nach Umsetzungshilfen für erfolgreiche Strategien bist. Aber eine bewährte Methode bewährt sich nicht automatisch auch bei dir.

Erfolgreiche Strategien von anderen lernen

Du musst nicht jeden Fehler selbst machen und nicht jede Erfahrung im Alleingang durchlaufen: Von anderen lernen ist eine der größten Erfolgsformeln im Business. Vor allem, wenn du als Einzelkämpfer:in oder mit einem Kleinunternehmen nicht das Budget hast, um die sozialen Medien und Suchmaschinen mit Anzeigen zu pflastern.

Bewährte Methoden und erfolgreiche Strategien zu übernehmen und zu wiederholen ist eine normale Vorgehensweise. Bücher, Webinare, Coachings und Wettbewerbsbeobachtung ermöglichen es dir, oft sogar Schritt für Schritt einen ähnlichen Weg zu gehen wie andere, die bereits größere Erfolge verzeichnen.

Doch Achtung: Was sich bewährt hat, ist nicht automatisch auch für dich ganz toll.

Erfolgsformel oder überstrapazierte Schablone?

Auch bis ins letzte Detail dokumentierte erfolgreiche Strategien funktionieren nicht automatisch für alle und in jedem Kontext gut. Was für eine:n Unternehmer:in wunderbar klappt, kann aus den unterschiedlichsten Gründen für den/die nächste:n mit Anlauf danebengehen: Zum Beispiel, wenn diese Wettbewerber:innen sich in einer eng gestrickten Nische oder in derselben Region bewegen und ein Alleinstellungsmerkmal nicht mehr gegeben ist.

Oder wenn, wie man auf LinkedIn gut beobachten kann, alle Anbieter:innen bei der Akquise dieselben abgenudelten Formulierungen und hartnäckigen Vorgehensweisen im gleichen Wortlaut verfolgen, so dass Wissende bereits das Coaching-Programm dahinter erkennen (und das ist dann kein Kompliment).

Wenn erfolgreiche Strategien im Marketing zum Trend geworden sind, verlieren sie an Zugkraft. Je weniger die Vorgehensweise in die Tiefe geht, desto nutzloser ist sie dann. Mit einer Strategie, die viele sich ergänzende Hebel nutzt, hast du bessere Chancen – die wirst du dir allerdings vermutlich basierend auf Erfahrungen und „Try & Error“ selbst bauen müssen.

Fertige Konzepte, Anleitungen und Templates

Besonders Gründer:innen und Solopreneure mit viel Zeitdruck sind erleichtert und froh, auf bewährte Anleitungen zurückgreifen zu können: Wie praktisch, wenn man für 10 oder 100 Euro etwas nehmen und damit arbeiten kann!

Das stimmt und wir möchten auch gar keine Spielverderber sein – nur darauf hinweisen, dass dein Erfolg noch um einiges größer sein wird, wenn du das kleine Extra „Individualität“ ergänzt und die Vorgehensweisen deiner Persönlichkeit und Marke anpasst.

Auch Best Practices können „gefährlich“ werden

Grundsätzlich ist es eine schlaue Idee, sich von anderen zeigen zu lassen, was besonders gut funktioniert. Doch das bewahrt dich nicht davor, dich parallel mit dem Risikomanagement auseinanderzusetzen. Ein Beispiel: Kurz vor der Pandemie entdeckten viele Akteure im Coaching-Business das Publizieren eines Expertenbuchs als Alleinstellungsmerkmal innerhalb eines Themas für sich. Als Best Practice wurde meist Print-on-Demand über den Amazon Selfpublishing-Service KDP genannt. Es ist nur logisch, dass ein Buch auch wirklich nur dann gedruckt wird, wenn es jemand kauft – das spart Ressourcen und an Lagerhaltung.

Doch dann wurde das Papier knapp und einige Bücher konnten erst nach Wochen ausgeliefert werden. Besonders unangenehm war, dass man den direkten Vergleich mit Verlagsbüchern sehen konnte, die einfach aus dem Lager geliefert werden konnten: viele Kund:innen hatten durch diesen Vergleich gar kein Verständnis für die selektive Knappheit.

Nur wer sich vorher schon Gedanken um potenzielle Engpässe und Alternativen gemacht hatte, konnte den Papiermangel mit dem eigenen Business ausgleichen. Das waren diejenigen, die sich „Best Practices“ nicht nur zum Nachahmen anschauen, sondern von Anfang an auf Schwachstellen abklopfen und Gegenmaßnahmen entwickelten, bevor diese überhaupt nötig wurden. Sie entwickelten E-Book-Bundles, nutzen alternative Drucker und Verteilsysteme und kommunizierten den Engpass professionell.

Es ist richtig: Man muss mehr Energie und Zeit aufwenden, um eine Strategie zu bewerten und die zukünftigen Auswirkungen unter allen möglichen Aspekten zu berücksichtigen. Dazu gehört auch, das „bekannte Unbekannte“ mit in die Planung aufzunehmen: Du weißt hier zum Beispiel, dass Papier knapp werden könnte, aber du weißt nicht, wie lange.

Überleg dir, was schiefgehen kann und bereite dich darauf vor. Selbst wenn du die Gegenmittel niemals brauchst, kennst du dein Projekt jetzt besser, kommunizierst anders und umfasssender und kommst auf neue, zusätzliche Ideen.

Flexibel bleiben – und kritisch!

Es bleibt eine gute Idee, auf professionelle „Vorarbeit“ zurückzugreifen, Methoden einzukaufen und sich inspirieren zu lassen. Du solltest nur immer daran denken, dass du alles soeben Gelernte zu einer individuelleren Lösung umbauen solltest, während du jeden Schritt auf potenzielle Probleme und deren Lösungen abklopfst.

Wo bleibt dann die Zeitersparnis, fragst du dich vielleicht. Keine Sorge, erfolgreiche Strategien bringen in den meisten Fällen ein tragfähiges Ideen-Skelett mit, auf dem du gut aufsetzen kannst. Denn es wäre doch wirklich schade, wenn deine potenzielle Zielgruppe immer das Gefühl hätte, dein Marketing, deine Sprüche und deine Angebote schon irgendwo gesehen zu haben, weil zwanzig Marktbegleiter:innen das gleiche Training absolviert haben.

FAQ:

Was kann schiefgehen, wenn ich ein Konzept kaufe/abgucke?

So lange du die Lizenz erwirbst, im ersten Schritt nicht viel. Im zweiten kannst du Alleinstellungsmerkmale verschenken, verwechselbar und generisch werden, wenn du nicht in eine individuelle Überarbeitung des eingekauften Wissens investierst.

Kann ich mein Konzept einfach durch ChatGPt erstellen lassen?

Mit KI wie ChatGRP lassen sich wunderbar Ideen sammeln, Strukturen planen, Input ergänzen und neue Anregungen finden. Dein eigenes Hirn, deine Erfahrungen plus Mitdenken und damit das Wichtigste an einem Konzept ersetzt du damit nicht.

Wo finde ich Wissen, auf das ich zurückgreifen kann?

Du kannst dir Mitbewerber:innen anschauen und um Tipps bitten, Themen-Websites und Foren durchforsten, Podcasts hören, Blogs lesen, Fachliteratur kaufen, Fortbildungen und Coachings buchen oder die Arbeit von Fachleuten machen oder begleiten lassen.

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