Fördermittel für Existenzgründer - welche gibt es und wie beantragt man sie?

Fördermittel für Existenzgründer – das solltest Du wissen

Lesezeichen setzen

Viele tolle Geschäftsideen sehen bei näherer Betrachtung wie unüberwindliche Hürden aus. Denn es mangelt an Ressourcen, mit der Umsetzung anzufangen – wer kann mit einer Gründungsidee schon einfach mal eben Leute einstellen, Räume mieten und produzieren, bevor Einnahmen da sind? Fördermittel schließen diese Lücke. Es gibt die unterschiedlichsten Möglichkeiten für Start-ups und natürlich auch für „normale“ Existenzgründer, Unterstützung zu erhalten.

Fördermittel für Gründungsberatung – zum Beispiel für einen Gründer-Coach

Wie Du allgemein die unterschiedlichen Fördermittel findest, hatten wir in einem vorherigen Blogbeitrag bereits ausführlich beschrieben. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat Förderprogramme und Finanzhilfen von EU, Bund und Ländern in der Förderdatenbank zusammengefasst. In dieser kannst Du je nach Bundesland forschen, aber auch nach Förderbereichen und -berechtigten.

Vielen Gründern ist aber gar nicht klar, dass man bereits in der Phase vor dem Beantragen von Geldern für den Auf- und Ausbau von Projekten Förderhilfe bekommen kann. Auch für einen auf Gründer spezialisierten Coach, der Dir schon im Vorfeld dabei hilft zu entscheiden, welche Schritte nun die richtigen sind und welche Mittel für Dich in Frage kommen. Je nach Bundesland, in dem Du gründest, kannst Du bis zu 80% Zuschuss zu einer professionellen Unterstützung durch Beratung erhalten.

Ein erfahrener Coach hilft Dir dabei, den Businessplan professionell zu erstellen und unterstützt bei der Finanzierung. Außerdem sorgt er dafür, dass Du Dich nicht verzettelst und die wichtigsten Fristen einhältst, um Fördermittel zu beantragen. Er achtet darauf, dass Du Dich nur bei Programmen bewirbst, wo es auch Sinn macht. Verschiedene Programme fördern die Existenzgründungsberatung vor der Gründung, dabei wird das Beraterhonorar zu einem bestimmten Anteil übernommen.

AVGS bzw. Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein der Agentur für Arbeit für arbeitslose Gründer

Wenn Du aus der Arbeitslosigkeit heraus gründen willst, ist der AVGS bzw. Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein der Agentur für Arbeit eine gute Option. Damit kannst Du von zertifizierten Coaches kostenfreie Beratung für die Gründung aus der Arbeitslosigkeit in Anspruch nehmen. Eine detaillierte Übersicht pro Bundesland mit einer Auflistung der Informationen zu Förderhöhe, Dauer und Antragsstellung für die Existenzgründungsberatung im jeweiligen Bundesland findest Du bei fuer-gruender.de.

Ebenfalls eine gute Starthilfe bietet die KfW Bank mit einem Förderprogramm für Gründer und Nachfolger. Bei der KfW kann man sich nicht direkt melden, sondern Du wendest Dich an einen der etablierten Finanzierungspartner, zum Beispiel eine Sparkasse, die mit der KfW zusammen arbeitet oder einen anderen Partner. Der berät Dich dann, ob dieser KfW-Kredit zu Deinem Vorhaben passt. Dieser Finanzierungspartner entscheidet dann auch anhand Eures Vorgesprächs, ob er Dein Vorhaben begleiten möchte.

KfW Kredithöhe und Auszahlung, Stand Mai 2017

  • bis zu 100.000 Euro, davon bis zu 30.000 Euro für Betriebsmittel
  • Beantragung auch mehrmals möglich – bis zum Höchstbetrag von 100.000 Euro
  • bis zu 100 % Ihrer Investitionskosten und Betriebsmittel
  • 100 % des Kreditbetrages werden ausgezahlt
  • bei Gründung im Team kann jeder Gründer bis zu 100.000 Euro beantragen

Kein Eigenkapital notwendig für den Fördermittel KfW-Kreditvertrag

Der Finanzierungspartner füllt den Kreditantrag mit Dir gemeinsam aus und reicht ihn dann bei der KfW ein. Diese wird prüfen, ob alle Voraussetzungen für eine Förderung erfüllt sind. Der Finanzierungspartner informiert Dich über das Ergebnis der Kreditprüfung und schließt den Kreditvertrag mit Dir ab.

Während der tilgungsfreien Zeit zahlst Du dann nur Zinsen – danach gleich hohe monatliche Raten zuzüglich Zinsen auf den noch zu tilgenden Kreditbetrag. Du kannst Deinen KfW-Kredit ganz oder teilweise außerplanmäßig tilgen – gegen Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung. Innerhalb von neun Monaten nach Zusage kann er abgerufen werden, für die Rückzahlung haftest Du persönlich, die Rückzahlung erfolgt über Deine Bank.

Die KfW-Förderung mit dem „ERP-Gründerkredit – StartGeld“ wird ermöglicht durch eine Garantie der Europäischen Union (EU). Konkret: Die EU unterstützt mit dem COSME-Programm die Kreditvergabe vor allem an Existenzgründer sowie kleine und mittlere Unternehmen, indem sie die Garantie für die Rückzahlung der Kredite gegenüber der KfW übernimmt. Die Fördermittel kommen aus dem Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI).

KfW-Kredite sind eine tolle Möglichkeit für Gründer, Nachfolger, junge Unternehmen und Selbstständige im vorläufigen Nebenerwerb.

Über den Autor
Carola Heine
Up to date: Trends, Insider-Wissen und Online Navigation

Beitrag kommentieren