Konkurrenz belebt das Geschäft

Konkurrenz belebt das Geschäft – oder doch eher den Puls?

Networking-Events sind derzeit groß in Mode, und die meisten beginnen mit einer Vorstellungsrunde der teilnehmenden Unternehmer oder Startups.

Immer wieder kann man beobachten, wie unangenehm berührt Freiberufler und andere Selbstständige sind, wenn sie im Gespräch merken: „Der/die bietet genau das Gleiche an wie ich“.

Andere dagegen sind in solch einem Fall höchst erfreut und schlagen sofort vor, dass man sich vernetzt, öfter mal trifft und bei Gelegenheit kooperiert.

Scheinbar gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten, wie Konkurrenzdenken ausfallen kann.

Zunächst mal muss es nichts Schlechtes sein, wenn man auch mal kurz zusammenzuckt angesichts der Mitbewerber:

Vielleicht liegt die eigene Latte aktuell gar nicht hoch genug?

Oft sieht man anhand innovativer frischer Konzepte erst die eigenen blinden Flecke und kommt auf neue Ideen.

Aus der Komfortzone geholt zu werden schadet nicht. Wenn der Anblick eines konkurrierenden Angebots so richtig piekt, hat man offensichtlich Potenzial für Verbesserungen.

Aber auch wenn man auf den ersten Blick keine großen Unterschiede feststellen kann außer gegebenenfalls im persönlichen Stil und Auftreten des Gegenübers oder nicht einmal das, ist Konkurrenz nichts, das man fürchten muss.

Angst vor Mitbewerbern?

Die instinktive Abneigung den Wettbewerbern gegenüber werden die meisten von uns nachvollziehen können: Wer teilt sich schon gerne sein sorgfältig abgestecktes Terrain?

Dazu kommt noch die ebenso logische Befürchtung, dass die anderen erfolgreicher sein könnten. Kunden wegnehmen könnten oder gar schneller bei der Akquise sind.

Wenn man sich selbst bei solchen Gedankengängen erwischt, hilft nur, einmal tief einzuatmen: Denn man ist gerade dabei, Energie auf eine innere Abwehr zu verschwenden, die garantiert ebenfalls keine Kunden einbringt.

Tatsächlich gibt es dank Internet und weltweiten Märkten keinerlei Knappheit an potenziellen Kunden.

Außerdem kann kein Wettbewerber alle Interessenten bedienen – und selbst wenn er es könnte, würden nicht alle zu ihm wollen.

Denn Kunden sind Menschen und damit verschieden. Sie reagieren auf verschiedene Reize, mögen unterschiedliche Charaktere und werden aus diversen Nischen „bedient“.

Der eine wird sich in jedem Fall für Nachwuchs-Anbieter mit Hipster-Apps entscheiden, der nächste nur für bewährte Auftragnehmer mit Jahrzehnten an Erfahrung.

Weder der Junior noch der Senior sollten sich zurückgesetzt fühlen, weil ein Kunde seine Präferenzen auslebt – der Markt ist einfach sehr groß. Jeder Markt.

Man hat also nichts zu verlieren, wenn man Mitbewerbern gegenüber aufgeschlossen ist und sich einfach mal besser kennen lernt, wenn man sich eh schon begegnet ist oder voneinander erfährt.

Schließlich weiß man nie, wann und ob eine Kooperation in Frage kommt.

Außerdem wird es immer vorkommen, dass man selbst einen Kunden nicht annehmen kann – weil die Chemie nicht stimmt oder weil man keine Kapazitäten frei hat.

Dann sind der Kunde und man selbst besser dran, wenn eine Empfehlung ausgesprochen wird, statt einfach abzuwinken.

Und der Mitbewerber wird es sich merken, bei Gelegenheit den Gefallen erwidern.

Was also viele Gründer erst noch lernen müssen:

Konkurrenten beleben das Geschäft nicht nur, weil man sich mehr Mühe gibt, wenn der Wettbewerb wächst.

Sondern auch, wenn man sich erfolgreich mit ihnen vernetzt.

  1. Matthias | 11.02.2016 | 14:21

    Dem kann ich nur zustimmen! Wer nur neidisch auf die anderen schaut, verpasst viele Chancen. Natürlich kann Konkurrenz auch schaden. Aber ich glaube nicht, dass irgendein Unternehmer ohne Konkurrenz besser dran wäre.
    Dieses kleine Gedankenspiel zeigt, dass gar keine Konkurrenz noch viel mehr zu fürchten ist, als ein gesundes Maß an Wettbewerb:
    http://www.start works.de/fuerchte-keine-konkurrenz/

    Liebe Grüße,
    Matthias