Selbstvertrauen als Selbständige:r

10 Tipps für mehr Selbstvertrauen als Selbständige:r

Akquise betreiben, Kund:innen betreuen und ein Netzwerk aufbauen sind einfacher, wenn du dich gut mit dir fühlst.

Lesezeichen setzen

Selbstbewusstsein wächst nicht auf Bäumen und steht leider auch nirgends zum Download bereit – in diesen Bereich deines Lebens wirst du nur durch persönliche Weiterentwicklung erfolgreich investieren können.

Die gute Nachricht: Ein besseres Selbstwertgefühl entsteht durch einen Mix aus Erkenntnissen, Lernprozessen und Wiederholungen: Das kannst du auch.

Ein besseres Selbstwertgefühl: 10 Tipps für dein Selbstbewusstsein

Wahrscheinlich eine der wichtigsten Erkenntnisse rund um den Erwerb eines gesunden Selbstbewusstseins ist die Erfahrung, dass deine Verfassung immer Schwankungen unterliegen wird. Äußere Umstände, frische Erfahrungen und die aktuelle Tagesform spielen mit, wenn es darum geht, selbstsicher aufzutreten und auf andere gelassen authentisch zu wirken. Je mehr Übung du darin hast, tägliche Selbstfürsorge zu praktizieren, desto besser kommst du auch mit solchen Schwankungen klar.

Warum ist unser Selbstwertgefühl so unglaublich wichtig?

Unser gesamtes privates und berufliches Wohlbefinden hängt davon ab, ob wir uns mit uns selbst wohlfühlen. Ein gutes Selbstbewusstsein ist wie eine kleine interne Personal Trainerin, die dir beim Bewältigen von Hürden hilft, dich im Dunkeln ermutigt und vor dem Treppensteigen anfeuert. Je öfter du dich darum kümmerst, dich mit dir und deinem Alltag wohlzufühlen, desto müheloser kannst du ein gutes Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein abrufen, wenn nötig.

Egal was du gerade vorhast, mit einem gut trainierten Selbstbewusstsein ist der erste Schritt entweder schon getan oder wird sehr viel einfacher.

Selbstbewusstsein: Perfektion ist kein Ziel

Ein gutes Selbstbewusstsein ist eine feine Sache. Zuviel des Guten ist es aber nicht. Es ist nicht nur nicht so wichtig, anderen gegenüber immer „perfekt“ aufzutreten – es kann sogar schaden. Denn was uns an anderen Menschen interessiert, sind deren Ecken und Kanten und nicht die sauber auf Hochglanz polierte Fassade.

Selbstbewusst sein heißt nicht: Keine Unsicherheiten zeigen. Sondern zu ihnen zu stehen, wenn nötig.

Hier sind unsere 10 Tipps für den Aufbau eines stabileren Selbstbewusstsein und mehr „Selbstliebe“ für eine authentische Außenwirkung im Geschäftsleben.

1. Lerne Grenzen zu setzen – und es zu lieben

Nein zu sagen fällt oft sehr schwer. Hier ein Gefallen, da eine Auskunft: Andere haben oft wenig Schwierigkeiten damit, bei dir das abzurufen, was ihnen gerade weiterhilft. Eine besonders fiese Falle sind potenzielle Kund:innen, die bereits bei der Anfrage so viele Fragen haben, dass du mit einem Dilemma konfrontiert wirst. Solltest du einen möglichst guten Eindruck machen oder besteht die Gefahr, dass du gerade jemandem wertvolle Infos gibst, der/die damit zu preiswerteren Dienstleister:innen geht?

Wenn du bereits beim Erstellen eines Angebots befürchten musst, dass für den genannten Preis später mehr Aufwand entsteht oder Networking sehr einseitig ausfällt, hast du gute Trainingsmöglichkeiten für Abgrenzung. Anderen gesunde Grenzen zu setzen stärkt dein Selbstwertgefühl, aber auch deine Position. Vielleicht mögen dich dann nicht alle. Aber das ist kein Verlust. Denn wer will schon nur dann gemocht werden, wenn er oder sie ausnutzbar ist?

2. Selbstreflexion lässt sich erlernen – und das solltest du

Warum hast du Angst, warum Frust? Wer ärgert dich insgeheim und wieso hast du trotzdem gerade ein Like unter seinen oder ihren Post gesetzt? Viele Arbeitstage als Selbständige fühlen sich an wie eine emotionale Achterbahn, mal weniger – mal mehr. Durch die hohen Anforderungen an diese spezielle berufliche Situation erfahren wir jeden Tag sehr viele Gefühle, die auf uns einprasseln und oft lassen wir sie einfach so durchlaufen.

Doch wenn du dir die Zeit nimmst, deine Gedanken und Emotionen besser zu verstehen, wirst du nicht mehr so schnell aus der Bahn geworfen. Durch Selbstreflexion erfährst du mehr über dich selbst, deine Reaktionen und Motivation und das macht es viel einfacher, positive Veränderungen einzuleiten. Du kannst das auch mit Zielen kombinieren. Wenn du dich beispielsweise nicht über blöde Sprüche oder Kommentare ärgern willst, überleg dir einfach schon vorab 3 gelassene Reaktionen, die du dann einfach abrufen kannst.

3. Körpersprache ist wichtig – erarbeite dir eine positive Ausstrahlung

Ob du dich gerade oder verkrampft hältst, wo du die Hände hinsteckst und ob du es schaffst, anderen klar und geradeaus in die Augen zu sehen – all das wirkt nicht nur auf andere, sondern auch auf dich selbst. Das ist auch dann wichtig, wenn du viel online mit anderen zusammenarbeitest, denn auch in einem Webinar oder virtuellen Meetup hinterässt du einen bleibenden Eindruck, den du bewusst schleifen kannst. Ein professioneller Zoom-Hintergrund rundet das dann ab.

Eine selbstbewusste und offene Körperhaltung kann man üben und wie immer gibt es Tricks, damit es gut gelingt. Kleide dich so, dass du dich wohlfühlst und trotzdem halbwegs dem Umfeld entsprechend. Übe vor dem Spiegel, wie du auf andere zugehst: du wärst erstaunt, wie oft wir uns optisch grimmig aufstellen, obwohl wir uns nur konzentrieren. Wenn du nie weißt, wohin mit den Händen, dann nimm eben etwas mit, das du festhalten kannst – oder ein Kleidungsstück mit Taschen, damit wenigstens eine Hand nicht hilflos schaukelt 🙂

4. Erzähl dir nur Gutes über dich – setze „Affirmationen“ zur Motivation ein

Du weißt, was du kannst und was du wert bist. Du vergisst es nur manchmal im Trubel des stressigen Alltags und angesichts der zahlreichen Herausforderungen in einem sich wandelnden Markt. Doch wie wir alle glaubst du die Sachen, die du immer wieder über dich hörst und ebenfalls wie jede:r von uns kannst du dazu beitragen, dass es sich um positive Verstärkungen handelt und nicht um krittelnde Nackenschläge.

Zugegeben, nicht alle mögen sich täglich morgens und abends vor den Spiegel stellen und sich 10 Dinge erzählen, die sie an sich selbst großartig finden. Doch es gibt noch viele andere Wege, die positive Selbstbestätigung als Strategie zu betreiben, angefangen vom Journal bis hin zur Arbeitsgruppe mit anderen. Wenn gar nichts geht, dann lerne wenigstens, deinem inneren Kritiker konsequent das Wort zu verbieten, wenn er nichts Konstruktives beizutragen hat.

5. Integriere lebenslanges Lernen in deinen Arbeitsalltag

Der Erwerb neuer Kenntnisse und Fähigkeiten ist ein wunderbarer Weg, deinem Selbstbewusstsein einen ordentlichen Boost zu geben. Deshalb solltest du auch eine Routine daraus machen, neues Wissen zu erwerben und kleine oder große Herausforderungen zu meistern. Wieder geht es nicht um Perfektion, sondern um Bewegung und Motivation: Der Erwerb von Fähigkeiten ist ein proaktiver Weg zur Stärkung des Selbstwertgefühls.

Dabei geht es nicht unbedingt um berufliches Wissen, obwohl das besonders wertvoll ist. Auch wenn du eine andere Sportart probierst, zum ersten Mal zu einem Wissens-Stammtisch in deiner Region gehst oder die Rezepte einer für dich neuen Küche probierst, stimulierst du wichtige Hirnregionen und entwickelst ein Gefühl von Abenteuerbereitschaft, Kompetenz und Flexibilität. Das nutzt dir grundsätzlich immer, denn du lernst, an dich zu glauben.

6. Selbstfürsorge gehört dazu – sei gut zu dir selbst

Immer wieder schöne neue Dinge lernen ist nur ein Aspekt der „Wellness“, die du dir selbst zukommen lassen solltest. Alle Selbstfürsorgeroutinen, die du fest in deine Planung integrierst, helfen dir nicht nur gesundheitlich und persönlich, sondern auch im Geschäftsleben weiter. Dein geistiges und körperliches Wohlbefinden strahlen nach außen ab und du sendest sowohl dir selbst als auch anderen die klare Botschaft, dass du Aufmerksamkeit und Zuwendung verdienst. Es ist auch nicht so schlecht fürs Image, solche Erlebnisse dann zu teilen!

Ganz gleich, ob du dir regelmäßig fest eingeplante Zeit für Entspannung, Meditation, Sport oder andere geliebte Aktivitäten nimmst, es trägt zu einer wichtigen Balance bei und hilft dir, mit immer neuen Situationen unbelastet umzugehen. Dreimal in der Woche mindestens eine halbe Stunde sind eine gute Faustregel für Einsteiger:innen.

7. Konstruktives Feedback aus deinem beruflichen Umfeld

Feedback aktivieren klingt sehr abstrakt, heißt aber nur: Statt darauf zu warten, dass zufällig jemand eine Meinung zu dir und deinem geschäftlichen Tun hat, erschaffst du dir ein Netzwerk aus Kolleg:innen und Kund:innen, die dir gerne eine Rückmeldung geben und damit zu deiner Entwicklung beitragen. Es wird dir den Rücken starken, solche Erlebnisse zu haben.

Denn wenn es darum geht, ein gutes Selbstwertgefühl zu entwickeln, dann ist es ganz wesentlich, konstruktive Kritik zu erhalten und damit zu „arbeiten“. Feedback ist nicht einmal dann negativ, wenn es vernichtend ausfallen sollte, denn jeder erbetene oder unerbetene Ratschlag ist eine Chance, Erkenntnisse zu gewinnen und Vorgehensweisen zu verfeinern. Du wirst resilienter, lernst auf Unerwartetes einzugehen und dich stressigen Diskussionen anzupassen. Das passiert nicht von selbst oder über Nacht, deshalb solltest du Feedback erbitten und auch selbst zu geben lernen.

8. Nutze Visualisierung und kleine Gedächtnisstützen

Du fühlst dich am besten, wenn du ein Ziel erreichst. Als Selbständige:r sprudelst du jedoch normalerweise über vor Plänen, Projekten, Ideen und alle haben eigene Ziele, die es zu erreichen gilt. Viel zu oft gehen unter dem Arbeitsdruck dann Dinge unter, die dein Herz erfreut hätten. Deshalb solltest du deine positive Einstellung und deine liebsten Ziele visualisieren, dir buchstäblich vor Augen halten.

Vielleicht machst du dir ein Visionboard, das deine bereits erzielten Erfolge mit Zielen kombiniert. Oder du klebst dir einen motivierenden Spruch an einen Ort, an dem du ihn immer wieder und wieder siehst. Du kannst vieles und hast noch einiges vor, durch eine positive Einstellung und ein bisschen visuelle Verstärkung geht dieses Gefühl nicht mehr so schnell unter. Fortgeschrittene Visualisierer arbeiten dieses Lebensgefühl in ihre Selbstdarstellung ein, aber für den Anfang tut’s auch eine Kaffeetasse mit einem starken Lob für dich selbst.

9. Trainiere dein Selbstbewusstsein im echten Leben

Es ist zwar ganz nützlich, sich vorm Rechner am Keyboard nicht blöffen zu lassen, wenn es um eine gelungene Selbstdarstellung in den sozialen Medien geht. Dein Selbstbewusstsein sollte dich aber nicht nur online tragen und deshalb trainierst du es am besten wie einen Muskel, der sonst verkümmert. Das könnte zum Beispiel so aussehen, dass du dich im Alltag an vielen Stellen um einen Dialog oder Austausch kümmerst, die auch ohne auskommen würden: Smalltalk ist kein Lückenfüller, sondern im Idealfall hohe Gesprächskunst.

Schalte den Charme ein und überleg dir, wie das Ergebnis aussehen sollte, wenn du in ein Gespräch gehst. Auch, was du machst, wenn das nicht passiert. Weder du noch das Gegenüber können durchfallen, doch je häufiger du dich einfach auf einen Austausch einlässt, desto mehr gewöhnst du dich daran, wie unberechenbar und spannend andere Menschen sein können.

10. Feiere auch die kleinen Schritte

„Sei doch selbstbewusster“ ist eine Ansage, die nie funktionieren kann. Aber Schritt für Schritt immer routinierter darin werden, selbstbewusst aufzutreten und auch kleine Erfolge anzuerkennen, das ist ein sehr erreichbares Ziel. Vielleicht hast du mal den Anfang gemacht, statt auf andere zu warten oder eine kritische Frage gestellt, obwohl du um den Auftrag bangst. Das sind wichtige Erfolge, die du dir notieren solltest, um sie bei Bedarf bewusst zu feiern. Fortschritt ist Fortschritt, die Größe messen wir nicht.

Selbstbewusstsein entsteht aus bewältigten Erfahrungen. Du brauchst kein applaudierendes Millionenpublikum dafür. Die eigenen Grenzen zu erweitern und gleichzeitig für andere welche zu setzen kann eine geruhsame und entspannte Angelegenheit sein und ist trotzdem eine sehr wichtige Entwicklung für ein besseres Selbstwertgefühl.

Fazit: Am guten Selbstbewusstsein kann man arbeiten

Dich besser mit dir selbst fühlen zu wollen, das ist der Antritt einer Reise, die niemals endet. Das ist aber auch in Ordnung so. Unsere zehn Tipps helfen dir dabei, Routinen zu hinterfragen und neue zu bauen, frische Fragen an dich selbst zu stellen und dich auch mal was zu trauen.

Einen besseren Anfang gibt es nicht.

Über die Autorin
Avatar photo
Up to date: Trends, Insider-Wissen und Online Navigation

Beitrag kommentieren