Coworking: Vor- und Nachteile

Coworking: Vor- und Nachteile unter die Lupe genommen

Wir haben für Euch die Coworking Vor- und Nachteile näher beleuchtet. Denn viele Coworking Spaces in größeren Städten bieten momentan ein Abo, einen Einstiegsmonat oder eine Zehnerkarte an. Vielleicht unterstützt unser Blogpost Euch bei der Entscheidung, es auch einmal zu probieren. Oder eben nicht, denn es passt nun einmal nicht alles für jeden.

Was Coworking ist, muss man schon lange niemandem mehr erklären. Start-ups und Existenzgründer profitieren ebenso wie Freelancer mit Home-Office-Koller oder Geschäftsreisende von praktischen gemieteten Schreibtischen und Konferenzräumen. Doch es hat auch Nachteile, im Coworking Space zu arbeiten.

Nachteile des Coworking: Das könnte Dich auf Dauer stören

Viele Gründertreffen und Veranstaltungen für Start-ups bieten reichlich Möglichkeit zu Networking. Coworking Spaces auch. Aber sei Dir darüber im Klaren, dass es für Dein Angebot bereits etablierte Konkurrenz vor Ort gibt. Wo beispielsweise sieben andere Programmierer sitzen, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass ein vorbeikommender Auftrag bei Dir landet.

Vielleicht lernen potenzielle Kunden sogar Deinen Wettbewerb kennen – und bevorzugen ihn. Das gilt natürlich auch für Texter, Grafiker, und so weiter. Außerdem gibt es auch immer einen Platzhirsch. Mindestens einen.

Einerseits ist ein Coworking Space also auch ideal, um Networking zu betreiben und Bekanntschaften aufzubauen. Andererseits musst Du dann aber auch jemand sein, der sich trotzdem gut konzentrieren kann. Denn wo so viele Menschen arbeiten und der Publikumsverkehr wechselt, gibt es auch reichlich Ablenkung vom Wesentlichen: Deinem Broterwerb.

Besonders übel ablenken können die klassischen Nervensägen, denen man auch in einer Festanstellung nicht aus dem Weg gehen kann. Nur dass man sich hier freiwillig dafür entscheiden muss, den vorhandenen Raum mit ihnen zu teilen.

Auch auf die Lärmkulisse wirst Du nicht immer Einfluss nehmen können. Die Spaces funktionieren wie Großraumbüros. Telefonat, Gespräche, kommende und gehende Kollegen und obendrein noch Interessenten, die in die Abläufe eingewiesen werden möchten: Oft wirst Du für eine wichtige Aufgabe, bei der Du Dich konzentrieren musst, lieber im Home Office bleiben.

Ob die Gebühren für einen Coworking Space sich für Dich lohnen, musst Du also herausfinden. Denn über all diese Dinge solltest Du Dir im Klaren sein, bevor Du Dich eventuell vertraglich für längere Zeit an einen schönen Space bindest.

Aber die meisten “Bewohner” sind sich einig, dass die Vorteile bei weitem überwiegen.

Die guten Seiten von Coworking-Angeboten

Statt allein daheim im stillen Kämmerlein zu hocken, bist Du im Coworking Space täglich in guter Gesellschaft. Oft wechselt diese, aber nicht völlig. So hast Du einerseits vertraute Gesichter, andererseits tritt keine langweilige Büroroutine ein.

Wer im Home Office sitzt, muss jedes Problem und jeden Zweifel selbst in den Griff kriegen. Im Coworking kannst Du auf den Erfahrungsschatz und den Input der anderen zurückgreifen. Nicht nur Kollegen, sondern auch Freunde lassen sich so finden.

Networking und der Aufbau eines eigenen Kompetenznetzwerks ist dabei nur einer von vielen wichtigen Pluspunkten. Es muss gar nicht immer nur um konkrete Projekte gehen:

Im Erwachsenenalter ist es für viele Menschen nicht mehr so einfach, einen Bekanntenkreis mit den gleichen Interessen aufzubauen. Zum Beispiel in einer neuen Stadt oder während einer Gründung. Im Coworking Space ist es einfacher, und die Wahrscheinlichkeit auf kompatible Kontakte ist viel höher als in anderen Büros.

Für jeden Tag eine feste Anlaufstelle und Öffnungszeiten zu haben, gibt dem Tag dann auch noch Struktur. Strukturen fehlen so manchem Home Office Worker. Aber im Coworking Space kommt es nicht in Frage, einfach im Pyjama zu bleiben, zwischendurch vor dem Fernseher zu versacken oder mal eben den ganzen Haushalt zu machen. In der Regel wirst Du den Platz auch nutzen, für den Du bezahlst – und von den festen Rahmenbedingungen profitieren.

Wenn Du Termine mit Kunden hast, wirkst Du auch wesentlich professioneller, wenn Du einen der im Coworking Space vorhandenen Meetingräume nutzt, statt auf den Küchentisch oder das Café nebenan auszuweichen. Du kannst auf fortgeschrittene Meeting-Technik in klimatisierten Räumen zurückgreifen, ohne diese selbst bereitstellen zu müssen.

Es ist motivierend und anspornend, mit anderen im gleichen Raum zu arbeiten und zu sehen, wie sie mit Erfolgen und Misserfolgen umgehen. Wenn Du für ein Projekt die passenden Mitstreiter suchst, hast Du hier viel bessere Chancen, Menschen mit der richtigen Qualifikation, aber auch mit guter Chemie zu finden.

Der größte Vorteil der regelmäßigen Arbeit im Coworking Space aber ist, dass Du Arbeit und Privatleben sauber trennen kannst, wenn Du das möchtest.

  1. Johannes B. | 06.09.2016 | 23:09

    Hallo, ich nutze derzeit auch Coworking für mein Ein-Mann-Unternehmen. Da ich viel mit Geschäftspartnern in Österreich zu tun habe und es in meiner Branche auf einen repräsentativen Auftritt ankommt, habe ich mich in einem “besseren. BC in Wien eingemietet. Hier muss ich mich um nichts kümmern, alles ist schon da und ich bin vertraglich flexibel. Denn wer weiß schon, was morgen ist?

  2. Christoph | 29.09.2016 | 15:06

    Hi Carola, danke für den interessanten Beitrag. Ich glaube grade die von dir beschriebenen Nachteile werden gern vergessen – allerdings gelten einige davon ja generell für die Arbeit im Großraumbüro. Ein wichtiger Vorteil ist mMn auch die Flexibilität und (räumliche) Abwechslung, die Coworking Spaces auch für fest Angestellte bzw. deren Arbeitgeber interessant machen kann 🙂