Lastschrift zurückholen - wann ist es möglich?

Lastschrift zurückholen – wann ist es möglich?

Bezahlen ohne Bargeld, kein Problem. Doch was tun, wenn es bei einer Einzugsermächtigung einen Fehler gegeben hat, wie holst du das Geld zurück?

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Eine Einzugsermächtigung erteilen ist das Normalste der Welt, geht schnell und einfach. Doch was ist, wenn der falsche Betrag abgebucht wird oder ein anderer Fehler unterläuft und du eine Lastschrift zurückholen willst? Wir erklären dir, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, damit du dein Geld zurückbuchen kannst.

Lastschrift zurückholen: Welche Arten von Lastschrift gibt es?

Der Name sagt es ja bereits: Die Abbuchung bei einer Lastschrift geht zu deinen Lasten, anders herum als bei einer Gutschrift. Eine Lastschrift, die fälschlicherweise ausgeführt wurde, kann unter Berücksichtigung einiger gesetzlichen Regelungen nur dann zurückgeholt werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden: Es muss sich um die Ausführung einer Einzugsermächtigung handeln.

Bis vor einigen Jahren (31.01.2014) gab es noch Abbuchungsaufträge, die mit der Einführung des SEPA-Verfahrens endeten. Wenn Einzugsermächtigungen für regelmäßige Zahlungen erteilt werden, buchen die Zahlungsempfänger wiederkehrende Mieten oder Beiträge einfach ab. Theoretisch kann bereits die Kenntnis der SEPA-Bankverbindung dafür sorgen, dass jemand Schaden anrichten kann – daher ist es auch so wichtig, den eigenen Zahlungsverkehr sorgfältig im Auge zu behalten und regelmäßig alle Konten anzuschauen.

Vorbeugung von Missbrauch beim Lastschriftverfahren

Gegen einen Missbrauch kannst du relativ unkompliziert vorgehen, da es ein gesetzliches Widerrufsrecht gibt. Sollten Abbuchungen von deinem Konto unberechtigterweise getätigt worden sein, kannst du diese sehr schnell wieder rückgängig machen – innerhalb bestimmter Fristen, die eingehalten werden müssen.

Diese Fristen richten sich danach, ob die Lastschrift, die du zurückholen willst, berechtigterweise oder unberechtigterweise ergangen ist.

Eine unrechtmäßige Lastschrift zurückholen zu müssen, das kommt dank Übertragungsfehlern, verspäteten oder nicht verarbeiteten Kündigungen und verschleppten Verwaltungsvorgängen relativ häufig vor. Wenn du beispielsweise ein Abonnement fristgerecht gekündigt hast, dem Anbieter aber die Unterschrift für die Einzugsermächtigung noch vorliegt und jemand nicht aufpasst, kann es schnell passieren, dass die Lastschrift fälschlicherweise weiterhin vom Konto abgeht.

In diesen Fällen hast du 13 Monate lang Zeit, die unrechtmäßige Lastschrift zurückzuholen. Nach Ablauf dieser Frist ist es dann nicht mehr möglich. Wichtig ist, die geschäftliche Beziehung fristgerecht und in Erfüllung aller Anforderungen beendet zu haben – sprich, wenn jemand die Unterschrift zur Kündigung voraussetzt, wird eine Mail nicht ausreichen oder wenn ein bestimmtes Formular mit Angabe bestimmter Daten zum Vorgang gehört, reicht eventuell kein formloser Brief und so weiter.

Wenn du einen Formfehler gemacht hast, kann der ehemalige Vertragspartner darauf beharren, dass nicht gekündigt wurde. Dann hat der Vertrag noch Bestand, für den du die Einzugsermächtigung erteilt hast, damit ist die Lastschrift dann auch gar nicht unrechtmäßig und kann nicht zurückgeholt werden. Das ist einer der Gründe neben GoBD-Vorgaben und gesetzlichen Fristen zur Aufbewahrung, aus denen du den gesamten Schriftverkehr und den Nachweise der Kündigung sorgfältig archivieren solltest.

Alle schriftlichen Nachweise wie eine Kündigungsbestätigung und die Kündigung selber musst du also zum Zweck eines eventuell nötigen Beweises aufbewahren.

Eine rechtmäßige Lastschrift zurückholen

Auch bei rechtmäßig abgebuchten Lastschriften können jederzeit Fehler passieren, trotz erteilter Erlaubnis. Zum Beispiel durch Zahlendreher oder eine doppelte Abbuchung. Du hast acht Wochen Zeit, dir dein Geld zurückzuholen. Dabei gilt der Rechnungsabschluss der Bank als Frist, wichtig ist also immer, das genaue Datum in Erfahrung zu bringen: Zum Quartal oder doch anders?

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Jede Person, die deine Kontodaten kennt, kann eine Lastschrift durchführen lassen. Mit diesem Wissen im Hinterkopf solltest du vorsichtig sein, vor der Weitergabe deiner Daten auf einer Plattform oder bei einem Anbieter zunächst prüfen, ob es sich um eine seriöse Seite handelt und deine Angaben in sicheren Händen sind. Zwar kannst du bei einer unrechtmäßigen Abbuchung dein Geld zurückholen, doch erstens musst du sie zunächst überhaupt bemerken und dann kostet das auch alles noch sehr viel Nerven und Zeit. Vorsicht ist also immer besser als Nachsicht!

Das musst du machen, wenn du eine Lastschrift zurückholen willst

Die Bank wird nicht fragen, warum ein Betrag rückgebucht werden soll, dafür gibt es auch keine Berechtigung. Umso wichtiger ist es, dass du den Fall sorgfältig prüfst, um sicher zu gehen, dass es sich wirklich um einen Schaden oder Fehler handelt. Gebühren fallen dafür keine an, die Bank führt einfach die Rückholung durch, sofern diese berechtigt ist. Sollte sie nicht berechtigt sein, fallen hohe Strafgebühren an, daher die Empfehlung, den Vorgang sorgfältig zu prüfen.

Zunächst füllst du bei deinem Finanzinstitut ein Formular aus, oder du nutzt im Online-Banking (falls vorhanden) die Zurücküberweisungsfunktion in der Kontenübersicht. Beachte hierbei, dass auf der Internetseite auch häufig von „Widerruf“ anstelle von „Rückbuchung“ die Rede ist.

Dann heißt es abwarten. Die Rückbuchung sollte spätestens eine Woche nach deinem Antrag auf deinem Konto eingehen. Wenn das Geld nach mehr als zwei Wochen noch immer nicht auf deinem Konto eingegangen ist, solltest du nachfragen. Wenn gar nichts anderes hilft, kannst du juristische Hilfe suchen und beim ungerechtfertigt Begünstigten auf Rückzahlung pochen.

Paypal und Kreditkarte

Solltest du etwas im Internet gekauft haben und innerhalb der 14-tägigen Rückgabefrist zurückschicken, wird der Betrag automatisch auf dein Konto der Kreditkarte zurücküberwiesen. Am Ende des Abrechnungszeitraumes wird das auf der Kreditkarte entstandene Guthaben auf dein Konto zurücküberwiesen.

Paypal als Zahlungsmittel verbreitet sich immer weiter. Kunden befürworten vor allem den Sicherheitsaspekt, den PayPal verspricht. Bei PayPal ist eine Rückbuchung nur möglich, wenn du zunächst alle anderen Optionen ausgereizt hast, dich mit dem Vertragspartner zu einigen. Die Erstattung muss innerhalb von 45 Tagen beantragt werden, Fristbeginn ist hierbei der Zahlungszeitpunkt. Die Beantragung zur Rückbuchung funktioniert hierbei ganz einfach über dein PayPal-Konto auf der entsprechenden Seite.

Achtung: Lastschrift zurückholen ist nicht gleich Rücklastschrift

Wenn die jeweiligen Fristen verstrichen sein, ist ein Zurückholen deines Geldes ausgeschlossen. Das ist auch so, wenn dir bei der Überweisung ein Fehler passiert. Einzig das Entgegenkommen des Zahlungsempfängers kann dir dann helfen: Ist dieser fair, hast du Glück im Unglück und bekommst dein Geld ohne rechtliche Schritte zurück.

Finanzen immer im Griff

Der wichtigste Zahlungsempfänger, dem du Einzugsermächtigungen erteilst, ist das Finanzamt. Damit du deine Geldangelegenheiten immer im Griff und stets ausreichend Rücklagen für die Steuern hast, empfehlen wir dir ein Geschäftskonto bei Kontist, das denkt nämlich mit.

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Über den Autor
Carola Heine
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