NFE

Oder die Frage nach der Geschäftskategorie

NFE: Darum geht’s

Die Abkürzung NFE steht für Non-Financial-Entities. Dabei handelt es sich um Rechtsträger, die keine Finanzinstitute sind, aber dennoch mit finanziellen Transaktionen zu tun haben können. Es werden aktive und passive NFE unterschieden.

Aktive NFE

Aktive NFE werden in irgendeiner Form aktiv wirtschaftlich tätig. Hier kann es beispielsweise um eine Holding mit aktivem Geschäftsbetrieb, um eine Gesellschaft mit Börsennotierung, um internationale Organisationen oder Zentralbanken gehen.

Die Frage nach einer NFE spielt im Rahmen der Erfüllung von Meldepflichten nationaler Finanzinstitute auf Grundlage internationaler Abkommen wie FACTA-USA oder Berichtsstandards nach CRS Common Reporting Standard eine wichtige Rolle. CRS und verschiedene Abkommen regeln die Zusammenarbeit zwischen nationalen Steuerbehörden aus verschiedenen Ländern bei grenzüberschreitenden Sachverhalten.

Finanzinstitute müssen selbstständig verschiedene Wege gehen, um an die entsprechenden Informationen von ihren Kunden zukommen. Zur Informationsbeschaffung kommen vor allem infrage:

  • Selbstauskünfte
  • Analyse von Geldbewegungen auf Konten
  • im Falle von NFE speziell in der passiven Form auch eigene Recherchen bei Auffälligkeiten

Finanzinstitute haben in diesem Zusammenhang beim Austausch steuerrelevanter grenzüberschreitender Informationen eine große Verantwortung. Jedes Land für sich genommen möchte verhindern, dass in ihrem Land steuerpflichtige Personen und Unternehmen im Ausland an der Steuer vorbei relevante Transaktionen durchführen. NFE können sich über Beteiligungen besonders gut dafür eignen, Geld an der Steuer vorbeizuleiten. Es ist deshalb verständlich, dass den jeweiligen Meldepflichten eine große Bedeutung zukommt.

Wenn eine Steuerbehörde in einem Land ansässig ist, kann sie sich nicht ohne weiteres in einem anderen Land eine Übersicht über steuerrelevante Vorgänge ihrer Steuersubjekte verschaffen. Hier sind die nationalen Steuerbehörden auf die internationale Zusammenarbeit und ebenso auf die Mitarbeit der Finanzinstitute angewiesen. In Deutschland ist das Bundeszentralamt für Steuern BZSt die zentrale Meldestelle für den Informationsaustausch mit Steuerbehörden anderer Länder.

Passive NFE

Als passive NFE wird ein Rechtsträger bezeichnet, bei dem 50 % der Einkünfte und mehr im vorangegangenen Kalenderjahr aus passiven Einkünften stammen. Hier kommen als passive NFE zum Beispiel Trusts, Stiftungen, Treuhandgesellschaften, Rechtsanwaltsgesellschaften oder Notariate in Betracht.

Mit Blick auf steuerrelevante grenzüberschreitende Finanztransaktionen stehen gerade die passiven NFE im Fokus von Steuerbehörden. Dementsprechend werden Finanzinstitute regelmäßig sehr intensiv in die Pflicht genommen, passive NFE zu identifizieren.

Über bestimmte internationale Abkommen und ein System von Meldepflichten nach dem CRS müssen die Finanzinstitute bestimmte Daten von ihren Kunden erheben. Konten von beherrschten passiven Rechtsträgern gehören zu den meldepflichtigen Konten in diesem Bereich. Die aktiven NFE stehen in diesem Feld weniger im Fokus, da sie wirtschaftliche Aktivitäten offen verfolgen. Jedoch kann eine aktive NFE zu einer passiven NFE werden, wenn sie beispielsweise Finanzdienstleistungen für nicht verbundene Unternehmen erbringt. Die Finanzinstitute stehen dabei in der Pflicht, entsprechende Entwicklungen bei ihren Kunden zu beobachten und zu melden.

Über

  • Selbstauskünfte
  • gegebenenfalls eigene Recherchen
  • Aufmerksamkeit bei bestimmten Kontenbewegungen

gewinnen Finanzinstitute relevante Informationen.

Die nationalen Steuerbehörden möchten vermeiden, dass in ihrem Land steuerpflichtige Personen und Unternehmen an der nationalen Steuer vorbei Finanzgeschäfte tätigen. Gerade bei den passiven NFE ist die Gefahr gegeben, dass über ihre Aktivitäten ohne Meldungen der Finanzinstitute keine Informationen zu den nationalen Steuerbehörden gelangen. Deshalb hat man die Finanzinstitute dazu verpflichtet, entsprechende Informationen zu beschaffen. In Deutschland bestehen die Meldepflichten dabei gegenüber dem Bundeszentralamt für Steuern (BZSt).

Weitere Fragen zu NFE?

Steuerberater, Finanzinstitute und das BZSt sind Ansprechpartner zum Thema aktive und passive NFE.

Lust auf mehr?

Banking & Finanzen

Praktisches Wissen rund um Ihre geschäftlichen Finanzen. Kein unverständliches Bankgeschwätz, keine bürokratischen Abhandlungen. Aber auch kein Business ohne Finanzen. In der Rubrik „Banking & Finanzen“ erfahren Freelancer:innen, Selbstständige und Kleinunternehmer:innen Wissenswertes rund um Finanzbegriffe und wir klären Fragen aus der Welt des Banking und des Geschäftskontos.

>> Wissen rund um Banking & Finanzen