Konkurrenzanalyse auch für Freelancer

Konkurrenzanalyse auch für Dienstleister und Shop-Betreiber

Nicht nur große Firmen sollten ihre Wettbewerber im Auge behalten. Auch Selbstständige und Inhabende kleinerer Unternehmen wollen konkurrenzfähig bleiben.

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Jeder einzelne Tag ist bereits so voll mit Alltag, Arbeit, Marketing und Akquise, jetzt sollst du auch noch Konkurrenzanalyse betreiben … aber was sollst du denn da analysieren und warum? Wir verraten es dir – und liefern eine Anleitung gleich mit.

Ob es zu deinen Interessen (oder deinem Biorhythmus) gerade passt oder nicht: Der Markt ist in Bewegung. Jede populäre App, jeder digitale Trend und jede Gesetzesänderung kann dazu führen, dass sich das ändert, was deine Kundschaft von dir erwartet. Ein brauchbarer Weg, stets am Puls des aktuellen Geschehens zu bleiben: Das aktive Verfolgen von Branchen-News und Expert*innen-Blogs.

Ein weiterer, oft ebenso effizient, ist die strategische Konkurrenzanalyse. Denn wenn du nicht abgehängt werden willst, muss dein Angebot der Nachfrage entsprechen und du solltest darauf achten, von anderen Anbietern auf deinem Gebiet – oder in deiner Region – nicht weit überholt zu werden.

Die Konkurrenz schläft nicht

Du hast ihn sicherlich schon oft gehört, den Warnhinweis deine Wettbewerber betreffend: Wenn du dir Gedanken über Strategien gemacht hast, eine Website konzipieren wolltest oder überlegt hast, ob du der neuesten Entwicklung hinterhereifern solltest. Deine Konkurrenz schläft tatsächlich nicht, und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass dir sofort ganz ohne Umstände eine Handvoll Mitbewerber mit einem ähnlichen oder verwandten Angebot einfallen.

Doch sind die „Konkurrenten“, an die du dich spontan erinnerst, tatsächlich deine gefährlichsten Wettbewerber?

Zwar ist es sehr empfehlenswert, dass deine Analyse alle Anbieter*innen berücksichtigt, die du als Konkurrenten wahrnimmst. Doch ebenso wichtig ist es, dass du überprüfst, wer tatsächlich vorne liegt: Durch Recherche in Presseportalen, Erwähnungen von Experten in deinem Netzwerk und auf Social Media und relevanten Branchen-Blogs sowie durch Präsenz auf Fachmessen und Networking-Events, je nach Angebot und Leistungsumfang. Als Dienstleister willst du identifizieren, wer auf deiner unmittelbaren „Spielwiese“ dank Fachwissen oder durch tolle Projekte glänzt – als Shopbetreiber sehen, wer besser rankt und daher vermutlich größere Umsätze macht, und so weiter.

Hör dich also auch um, von wem die anderen mit leuchtenden Augen sprechen, schau dir Fachartikel an, die von anderen zu deinen Themen geteilt werden und notier‘ dir, wer dir als buchstäblich bemerkenswert auffällt.

Konkurrenzanalyse: Was ist anders? Wer ist besser? Wo hast du Luft nach oben?

Rankings, Follower und Interaktionen lassen sich durchzählen und 1:1 vergleichen, sagen aber ohne zusätzliche Recherchen und Beobachtung nichts darüber aus, wie viel Aufwand in das Erzielen dieser Zahlen geflossen ist.

Was du aber jederzeit sehen kannst: Sind die Landingpages und Websites modern, mobiltauglich und ‚gutaussehend‘, ist die Optik aller Auftritte aus einem Guss, die Sprache des Unternehmensauftritts ebenfalls? Sind die Texte hochwertig und ansprechend und die Navigation zwischen Angebot und Auftritt eindeutig und einfach zu navigieren? Die Kontaktinformationen mühelos aufzufinden, das Angebot schwurbelfrei und nachvollziehbar erklärt? Notier‘ dir, was du als toll bis nachahmenswert empfindest und nutze diesen Input als Inspirationsquelle.

Im ersten Schritt solltest du also die Namen der „Wettbewerber“ notieren oder der Personen/Firmen, die du als Mitbewerber wahrnimmst. Du kannst damit beginnen, alle Social-Media-Kanäle zu abonnieren, die von den Konkurrenten betrieben werden, alle Newsletter und alle Blogs. Ein halbes Dutzend reicht, du brauchst keinen eigenen Branchen-Überblick: Dafür abonnierst du die entsprechenden Fachmagazine, Branchenvorreiter und Channel der anerkannten Experten aus deinem Feld.

Damit hast du auch schon den Grundstock zu deiner Informationssammlung gelegt: Welche sozialen Netzwerke, welche Marketingmaßnahmen, welche Inhalte werden eingesetzt?

Konkurrenzanalyse: Die Mitbewerber kennenlernen

Welche anderen Daten und Informationen du zusammenträgst, kommt auf dein eigenes Angebot an. Wenn du Freelancer bist, interessiert dich die Unternehmensgröße anderer vermutlich eher nicht, dafür willst du ein Gefühl dafür bekommen, was im Angebotsumfang standardmäßig enthalten sein sollte. Wenn du einen Shop hast, ist die Marketingstrategie auf einem hart umkämpften Markt besonders spannend, und so weiter. Die Analyse und damit auch wichtigen Erkenntnisse werden einfacher, wenn du möglichst viele Daten sammelst und diese dabei gleich ein bisschen sortierst. Das ist unter anderem wichtig, damit du möglichst selten Äpfel mit Birnen vergleichst bei deiner Konkurrenzanalyse – viele Daten sind Vanity Metrics und ohne weitere Hintergrundinfos nicht sehr aussagekräftig.

Diese Daten sind von Interesse:

  • Allgemeine Infos von Gründungsjahr bis Unternehmensgröße
  • Suchmaschinenoptimierung, Ranking für begehrte/lokale Keywords
  • Social Media und Follower/Interaktionsraten
  • Marketingmaßnahmen und Pressearbeit
  • alle Infos über Kampagne, Budgets, konkrete Pläne und Ziele

Warum Konkurrenzanalyse betreiben, wenn genug Jobs für alle da sind?

Je mehr du dich mit deinem eigenen Angebot und dem Markt, deiner Branche und den Mitbewerbern beschäftigst, desto größer wird automatisch deine To-do-Liste für die Umsetzung neuer und eigener Ideen, nötiger Innovationen und erforderlicher Fortbildung. Selbst wenn du keine Lust hast, akribisch viele Daten und Zahlen zusammen zu tragen und Listen auszuwerten – sobald du dich gründlich umschaust, wirst du zwangsläufig sehen, wo dein Angebot noch Luft nach oben hat.

Aktuelle Entwicklungen und Kundenanforderungen auszusitzen können wir nicht empfehlen. Vielleicht kannst du noch eine Weile klarkommen, ohne dich mit dem schnelllebigen digitalen Wandel zu befassen, aber wenn dann der Tag kommt, an dem alle Kundschaft das Weite gesucht hat, ist es zu spät.

Ob du also „Konkurrenzanalyse light“ betreibst und auf Social Media Kanälen und Branchenmessen nach innovativen Entwicklungen schaust, dich bei Networking Events austauschst und aufmerksam auf Kundenfragen reagierst … oder ob du sorgfältig detaillierte Listen führst und konkrete Entwicklungen bereits bemerkst, während sie stattfinden: Ganz ohne geht es in keiner Branche, wenn du nicht abgehängt werden willst.

  • Foto: © Urupong – gettyimages.de
Über den Autor
Carola Heine
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