Stolperfallen für Freelancer: Das solltest du wissen

Stolperfallen für Freelancer erfolgreich vermeiden

Immer ausreichend Kundschaft zu finden ist nur eine der Herausforderungen, mit denen Selbständige sich plagen. Haftung, Steuern und gesetzliche Vorgaben sind auch nicht ohne.

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Das Leben als Unternehmer*in ist spannend und oft auch anstrengend. Vor allem, wenn dir unerwartet Projekte oder Verhaltensweisen um die Ohren fliegen und du flexibel sein musst. Das gehört dazu, denn nicht alles lässt sich planen.

Was du sehr wohl berücksichtigen kannst, sind typische Stolperfallen für Freelancer – es gibt keinen Grund, dass du hineinschlingerst!

Immer wieder geraten Einzelunternehmer*innen in Schwierigkeiten, wenn Ansprechpartner gewechselt haben und die Nachfolgenden nichts von mündlichen Vereinbarungen wissen wollen. Alles Mögliche kann schiefgehen. Von einem Rechtsstreit wegen der Nennung von Projektreferenzen in Business-Netzwerken bis hin zur Haftung bei Fehlern.

Auf der sicheren Seite – der einzige lohnende Platz

Um auf der sicheren Seite zu sein, solltest du jede relevante Vereinbarung schriftlich treffen, dir jede Entscheidung und Aktion vorher bestätigen und jeden Projektschritt einzeln freigeben lassen. Es ist nämlich kein Zeichen großen Vertrauens, wenn man sich beim Kunden nicht um dich kümmert und dir in allem freie Hand lässt. Es ist ein Zeichen dafür, dass dir bald die Ansprechpartner fehlen werden, wenn du nicht aufpasst, weil sich keine tragfähigen Routinen entwickeln.

Außerdem solltest du nicht nur alle Haftungsfragen verbindlich klären, sondern auch Freigaben, wenn du Referenzen verwendest. Oft gibt sogar schon der Titel eines Projekts öffentliche Einblicke in Abläufe – und nur selten ist das so bis ins Detail gewünscht. Hast du schon einmal geprüft, ob eine Berufshaftpflicht für dich in Frage kommt? Je nach Qualifikation, Projekten und Plänen ist es eine gute Idee, sich auch im Job so vernünftig abzusichern wie daheim.

Schlimme Stolperfallen für Freelancer: Steuern und gesetzliche Vorgaben

Immer wieder passiert es Freelancern, dass sie zwar genügend Gelder für die Steuernachzahlung beiseite gelegt haben, aber nicht berücksichtigt haben, dass nun auch die zu leistenden Vorauszahlungen höher werden. Auch noch im Nachhinein. Das Finanzamt kann nämlich auch nachträgliche Vorauszahlungen einfordern. Mit einem Geschäftskonto wie dem mitdenkenden Kontist-Konto hast du immer einen finanziellen Überblick und die Steuerzahlungen im Griff.

Trotzdem ist es ganz wichtig, dass du auch prüfungssicher arbeitest und die GoBD einhältst. Wenn du keine Verfahrensdokumentation hast und nicht nachweisen kannst, dass du Geschäftsunterlagen veränderungsgeschützt aufbewahrst, kann das Finanzamt deine Einkünfte einfach schätzen. Das geht selten gut aus.

Unabhängig sein und bleiben

Hast du Kunden, die dich gängeln, bevormunden und dazu verpflichten wollen, zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten zu arbeiten, am liebsten noch in ihren eigenen Räumen? Du kannst keinen Auftrag dieser Firma ablehnen und musst dich nahtlos in deren Abläufe einfügen? Das ist aus vielen Gründen nicht gut. Vor allem aber nicht, weil du unter den Verdacht der Scheinselbständigkeit geraten könntest.

»Merkmal für eine selbstständige Tätigkeit ist der Grad der unternehmerischen Entscheidungsfreiheit und inwiefern ein unternehmerisches Risiko getragen, unternehmerische Chancen wahrgenommen und hierfür beispielsweise Eigenwerbung betrieben wird.« sagt hierzu die IHK Frankfurt Main.

Vorsicht: Diese Stolperfallen für Freelancer lassen sich vermeiden

Wichtig: Haftungsfragen klären, mit Freigaben arbeiten und eine Berufshaftpfichtversicherung abschließen.

Dringend: Finanziellen Überblick behalten, Steuerrücklagen bilden und prüfungssicher arbeiten laut GoBD.

Nötig: Unabhängig bleiben und kein Scheinarbeitsverhältnis eingehen bzw. nie scheinselbständig arbeiten.

Noch ein Punkt, den nicht alle Freelancer als problematisch wahrnehmen, ist der rechtssichere Auftritt. Angefangen vom fehlerhaften Impressum auf der Website über schlechte AGB bis hin zu Rechnungen, die den gesetzlichen Anforderungen nicht genügen. Es gibt buchstäbliche Dutzende von Details, bei denen du von einer professionellen Beratung profitierst – oder von der passenden Software.

Für gesetzeskonforme Rechnungen und eine GoBD-fähige Datenablage sorgt lexoffice. Wenn du deine Rechnungen immer noch mit Word oder Excel schreibst, solltest du es genau jetzt ganz dringend testen.

  • Foto: adobe.com Mangostar
Über den Autor
Carola Heine
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