Einweg-Plastik wird verboten

Einweg-Plastik wird verboten – Schwierigkeiten und Chancen aus Unternehmersicht

Bundestag und Bundesrat haben zugestimmt: Ab 3. Juli 2021 wird der Einsatz von Kunststoff-Einwegverpackungen untersagt.

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Zum Schutz des Meeres und der Umwelt hat das Kabinett ein Verkaufsverbot für Wegwerfartikel aus Kunststoff verabschiedet. Mit der Verordnung heißt es nun: Einweg-Plastik wird verboten. Das betrifft sämtliche herkömmliche Einwegprodukte aus Kunststoff, die aus fossilen Rostoffen wie Rohöl hergestellt werden.

Das Verbot wird konkret der Umwelt helfen, indem es dafür sorgt, dass keine weiteren Einmal-Verpackungen mehr in der Natur landen, wo sie selbst dann als kleinste Plastikteilchen für Jahrtausende erhalten bleiben, wenn die ursprüngliche Form sich längst in Kleinteile und Microplastik-Perlen aufgelöst hat.

Die letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass wir Menschen mit solchen Ressourcen achtlos umgehen: Verpackungsmüll landet nicht selten im Park, an der Uferböschung, bleibt am Strand liegen. Mit Einmal-Verpackungen schaden wir unserer Umwelt, den Tieren und letztlich auch unserer eigenen Gesundheit. Einweg-Plastik wird verboten, um dieser Entwicklung konkret entgegenzuwirken. Nur so kann man die gefährliche Bequemlichkeit stoppen und die Plastiklawine noch aufhalten.

Für viele Firmen bedeutet das Umstellungen und Zusatzkosten, eine Herausforderung nach der anderen. Nicht alle Probleme sind so einfach zu lösen wie das Ersetzen von Trinkhalmen aus Plastik durch solche aus Metall, Glas oder Bambus. Doch vor allem hat der nachhaltige Ansatz Vorteile für alle und nicht »nur« für den Planeten.

Weniger Plastik und mehr Umwelt im Geschäftsalltag

Auch du hast die Möglichkeit, diese Gesetzesänderung als Aufhänger zu nutzen und Dinge zu ändern. Mit Nachhaltigkeit und umweltfreundlichem Arbeiten kannst du für dein Business punkten. Das fängt bei einer besseren Energiebilanz und deshalb gesenkten Kosten an und hört bei Qualitätssiegeln wie dem Fair Trade Zeichen noch lange nicht auf.

Wer nachhaltig arbeitet, dies zeigt und kommuniziert und im besten Fall auch vorzeigen kann, genießt ein höheres Ansehen bei Kunden und Geschäftspartner*innen und kann außerdem mit der eigenen Geschäftsidee auf einen der positivsten Trends überhaupt aufspringen.

Einweg-Plastik wird verboten und du kannst dir zunächst anschauen, wo du von den Veränderungen profitieren kannst. Denn durch dieses Gesetz entstehen neue Anforderungen, Lösungen, Fragen und Probleme und auch mehr Bewusstsein dafür, was wichtig ist. Vielleicht kannst du eine Lücke schließen oder das Thema als Aufhänger nutzen, selbst wenn deine Angebote nicht direkt betroffen sind.

Ob du nun am nächsten Messestand Kaffee in Porzellanbechern mit Pfand ausgibst oder ähnlich wie bei Getränkekisten ein pauschales Pfandsystem für Lieferanten-Essen entwickelst, es tut sich einiges und Platz für neue Ideen ist sowieso vorhanden.

Dieses Einweg-Plastik wird verboten

Diese Einweg-Kunststoffprodukte dürfen künftig nicht mehr verkauft werden:

Wattestäbchen, Besteck, Teller, Trinkhalme, Rührstäbchen und Luftballonstäbe aus Kunststoff sowie To-go-Getränkebecher, Fast-Food-Verpackungen und Wegwerf-Essenbehälter aus expandiertem Polystyrol (bekannt als Styropor) sind künftig nicht mehr erlaubt. Damit entfallen Einweg-Geschirr aus konventionellem Plastik und aus „Bioplastik“ sowie To-go-Becher und Einweg-Behälter aus Styropor.

Damit endet eine traurige Statistik, denn:

So viele Einwegverpackungen werden derzeit täglich in Deutschland weggeworfen

Stündlich werden allein rund 320.000 Einweg-Becher in Deutschland verbraucht – davon bis zu 140.000 To-go-Becher, so das Bundesumweltministerium. Die Abfall-Bilanz von Einweggeschirr und To-go-Verpackungen betrug im Jahr 2017 mehr als 346.000 Tonnen, ergab eine Erhebung der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung.

Die Menge der Kunststoffabfälle insgesamt stieg laut Umweltbundesamt zwischen 2015 und 2017 um 3,9 Prozent auf 6,15 Millionen Tonnen. Das war bisher Höchststand. Vor allem bei Getränkeverpackungen sinkt der Mehrweganteil seit Jahren. Viele Unternehmen sind jedoch im Zuge des EU-weiten Einwegkunststoffverbots inzwischen auf die Herstellung etwa von Mehrwegprodukten umgestiegen.

Quelle: Bundesregierung

7 Möglichkeiten, was du noch tun kannst:

  • Papierlose Meetngs: Durch clevere digitale Organisation lässt sich der Bedarf an Ausdrucken stark verringern.
  • Nachhaltige Mailings: Wenn es Papier sein muss, dann umweltbewusst hergestelltes ohne Plastikbestandteile.
  • Nachhaltige Orga: Regional einkaufen, wo möglich und auf nachhaltige Händler setzen, wo nicht. Zum Beispiel für Events.
  • Klimaneutraler Versand: Als Empfänger oder Versender darauf achten, ob es möglich ist CO2-Emissionen zu reduzieren oder wenigstens zu kompensieren
  • Eniergiesparend und kostenbewusst arbeiten: Auf Klimatisierung, Dämmung und Umgang mit Ressourcen achten und Einsparungen ermöglichen
  • 5R Grundsätze leben und arbeiten: Refuse (Dinge ablehnen), Reduce (Reduzieren), Reuse (Wiederverwenden), Recycle, Rot (Kompostieren)
  • Prozesse digitalisieren und Belege digital buchen: Moderne Unternehmenslösungen bieten die preiswerte Möglichkeit, papierlos und rechtskonform digital zu arbeiten.
  • Foto: Adobe Stock Halfpoint
Über die Autorin
Carola Heine
Up to date: Trends, Insider-Wissen und Online Navigation

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