5 Stressfaktoren für Freelancer in Projekten - und Lösungsansätze

5 Stressfaktoren für Freelancer in Projekten

Typische Energiefresser - und wie du mit diesen Herausforderungen souverän umgehen kannst

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Als Einzelkämpfer:in im Dienstleistungsbereich steht keine Schutzschicht aus Kollegen, Chefin oder Assistenz zwischen dir und deinen Auftraggeber:innen. Meistens ist der direkte Kontakt ganz wunderbar und erleichtert vieles. Aber es gibt auch Stressfaktoren für Freelancer, die viel unnötigen Frust erzeugen können.

Was genau macht Kund:innen zu Energiefressern?

Wenn du das Problem identifizieren kannst, dann kannst du auch benennen, wann und wo es auftritt. Vielleicht wirst du dann auch eine Möglichkeit finden, einen oder mehrere dieser Stressfaktoren für Freelancer gemeinsam zu beheben.

Denn auch die Zusammenarbeit und damit die Kundin oder der Kunde profitiert davon, wenn alles reibungslos läuft. Zum Glück gibt es immer einen Weg.

1. Nervenzerschabend: Micromanagement

Es gibt nichts, das mehr nervt und einem Projekt mehr schadet als Auftraggeber:innen oder deren Mitarbeitende, die hartnäckig ständig nachfragen, wo denn die Antworten, die Ergebnisse oder der Zwischenstand sind. Buchstäblich nichts treibt Freelancer schneller in den Wahnsinn als Micromanagement. Es hört sich zwar harmlos an, ist aber ein echtes Problem. Übrigens auch für den Kunden oder die Kundin – denn wenn du entnervst hinwirfst, muss ja jemand für dein Projekt gefunden werden – und gute Kräfte sind rar.

Unterbrechungen und Kontroll-Mails verlangsamen das Projekt, zerstören deine Motivation und Produktivität. Das ist ziemlich selbsterklärend, aber leider eben nicht für Micromanager:innen. Denn die halten sich ja für fleißig und engagiert und gut organisiert, wenn sie sich verbeißen. Du kannst nur versuchen, es in einer klaren Sprache zu vermitteln, indem du erklärst: „Ich bin viel effizienter, wenn ich nicht immerzu zwischendurch antworten muss – sobald ich ein Ergebnis habe, werde ich mich natürlich melden“.

2. Kräftezehrend: Fehlende Augenhöhe

Zum Glück merkst du es in der Regel bereits, wenn eine Anfrage gestellt wird. Aber manchmal hast du Pech und beim Kunden wechselt mitten im Projekt der Ansprechpartner oder die Ansprechpartnerin – und zack triffst du auf jemanden, der oder die dich als eine Möglichkeit entdeckt, endlich auch mal eine Führungsposition einzunehmen. Das kann okay sein. Das ist aber immer dann unangenehm, wenn die Person darunter eine herablassende Position versteht.

Es ist sehr anstrengend, der eigene Chef oder die eigene Chefin zu sein und für jemanden zu arbeiten, der den restlichen auf dir lastenden Druck im Arbeitsalltag nicht berücksichtigt, dich aber voll verplanen möchte.

Auch hier ist wieder klare Kommunikation die Lösung: Du solltest klare Ansagen treffen, wie verfügbar du bist: „Ich bin heute bis X Uhr im Büro, danach in einem Meeting“ oder „Am Freitag bin ich in einer Fortbildung“, statt dich in den Webinar-Pausen zu stressen.

3. Ineffizient: Fehlende Briefings und Chaos

Einer der größten Stressfaktoren für Freelancer sind Kundinnen und Kunden, die keine genauen Vorgaben machen – oder zu viele. Die kein System haben oder sich in zehn verschiedenen verzetteln. Häufig sind das Teams, in denen auf Mails niemand reagiert oder erreichbar ist, später aber alles superschnell gehen soll. Es kann unfassbar schwierig für dich sein, wenn du gesetzte Fristen einhalten musst, aber nicht mal die passenden Zugänge und Passwörter oder andere Informationen erhalten hast.

Du ahnst es schon: Wieder helfen Klartext und Kommunikation aus dem Dilemma. Wenn dir Informationen fehlen, damit du deinen Job machen kannst, schreibst du eine Mail, in der du das erklärst: „Leider werden ich den erwünschten Termin nicht halten können, da ich bereits seit 10 Tagen auf ein Briefing warte und immer noch nicht mein Login erhalten habe.“

Außerdem kannst du eurem gemeinsamen Projekt helfen, indem du deine eigene Expertise einbringst, konkrete Klärungstermine anbietest und die fehlenden Infos mit Checklisten und Erläuterungen abfragt, so dass dir hoffentlich auch andere Team-Mitglieder helfen können.

4. Fehlerquelle: Kommunikationslöcher

Nicht jede Dienstleistung erfordert deine Teilnahme an den Besprechungen und Workshops der Kund:innen. Je tiefer du eingearbeitet bist, desto mehr kann man sich darauf verlassen, dass du nicht mehr ständig „beaufsichtigt“ werden musst, weil trotzdem alles klappt und du alle Ansprechpartner:innen und Abläufe kennst. Das birgt aber auch das doppelte Risiko, dass man gar nicht mehr daran denkt, dich zu informieren, wenn etwas besprochen wird.

Einerseits erfährst du es nicht, wenn Entscheidungen deinen Aufgabenbereich berühren, andererseits kannst du dann auch nicht erklären, welchen Part der neuen Beschlüsse du abdecken kannst oder vielleicht längst beackerst. Das ist beides nicht so gut.

Wenig überraschend ist wieder klare Kommunikation die Lösung. Erinnere einfach daran, dass du gerne auch bei Team Meetings vorbeischauen kannst und dass du dich nur um Sachen so automatisch wie um alles andere kümmern kannst, wenn du von ihnen erfährst.

5. Stressfaktoren für Freelancer: Finanzielle Unzuverlässigkeit

Einer der größten Stressfaktoren für Freelancer sind Kundinnen und Kunden, die sich nicht an vereinbarte Zahlungen halten: Mitten im Projekt nachverhandeln wollen oder am Ende einfach nicht zahlen, stattdessen eine fadenscheinige Ausrede nach der anderen liefern.

Bevor du nach Verstreichen der Frist weitere Maßnahmen ergreifst, solltest du zunächst sorgfältig prüfen, ob die Rechnung wirklich schon überfällig ist. Ob die Rechnung einwandfrei ist oder ob du einen Formfehler gemacht, vielleicht etwas falsch angegeben hast. Dann rufst du die Buchhaltung des Kunden an und fragst freundlich und professionell nach, warum die Rechnung noch nicht bezahlt wurde.

Dabei solltest du daran denken, dass der offene Betrag vermutlich nur für dich so eine emotionale Angelegenheit darstellt. Für die Buchhaltung ist es nur irgendeine Buchung. Für den Kunden offenbar nicht so wichtig, dass er sich sofort gekümmert hätte oder man hat dort mit Vertrösten kein Problem.

Du solltest mit einer ähnlichen Ruhe an das Problem gehen.

Wenn du ein Mahnverfahren einleiten musst, wirst du vermutlich für diesen Kunden nicht mehr arbeiten. Wenn das Geld kommt, weißt du ja bereits, dass du beim nächsten Mal mindestens 50% Vorkasse nehmen wirst:

Auch das ist Kommunikation.

Stressfaktoren für Freelancer: Finanzielle Unsicherheit

Der zwischenmenschliche Bereich ist wichtig, aber ebenso bedeutsam ist eine entspannte Organisation mit finanziellem Überblick.

Schreibst du deine Rechnungen und Angebote noch mit Word, verwaltest deine Außenstände in Excel und hoffst bei jeder Steuererklärung irgendwie das Beste? Dann musst du einen der schlimmsten Stressfaktoren für Freelancer jetzt am Kragen greifen und auf eine digitale Unternehmenslösung umsteigen.

Mit lexoffice hast du immer den Überblick, kannst Angebote verwalten und versenden – später mit einem Klick in Rechnungen umwandeln und wenn nötig, in Zahlungserinnerungen.

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Kommunikation ist ein wertvolles Werkzeug und unverzichtbar für Klärungen von Stressfaktoren

Nicht immer wird es möglich sein, mit Kommunikation die Stressfaktoren aus dem Weg zu räumen. Aber einen Versuch ist es immer wert. Manchmal genügt ein Hinweis aus Augenöffner, oder du führst ein klärendes Gespräch. In Einzelfällen wirst du lieber auf Geld verzichten, als dauernd genervt zu werden.

Denn am Ende hast immer noch du die Kontrolle darüber, welche Stressfaktoren du auf Dauer zulässt.

  • Foto: Adobe Stock 278906034 SHOTPRIME STUDIO
Über die Autorin
Carola Heine
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  1. Romy Mlinzk | 21.04.2021 | 13:03

    Micromanagement nervt mich übrigens am Meisten.
    Aber auch fehlendes Verständnis für Planung, Erreichbarkeit usw. – ich kommuniziere klar, an welchen Tagen ich für den Kunden arbeite und auch, dass ich gerne für Telefonate/Termin eine Vorababsprache hätte. Die Tage sind gut durchstrukturiert und ich möchte nicht spontan aus Dingen rausgeholt werden, die warten können oder per Messenger/Slack/Mail besser und einfacher zu lösen sind (und zudem habe ich es dann schriftlich).

    Auch gerne gesehen: (spät) abends noch „dringende“ Dinge anfragen, die man bis zum Morgen (vor meiner offiziellen Arbeitszeit) erledigen soll. Gerne auch spontane Termine ohne Absprache abends einstellen für morgens vor meiner Arbeitszeit. Da muss man dann auch rigoros sagen: nein oder dies ist eine einmalige Ausnahme, wenn man tatsächlich das noch unterbekommt. Grundsätzlich empfehle ich aber: nicht abends nach den vereinbarten Zeiten in Mails und andere Kommunikation zu schauen. Dafür gibt es Absprachen nun mal und Freizeit/Familie/Hobbies sollten nicht unter der Arbeit leiden.

    1. Carola Heine | 22.04.2021 | 00:07

      Das stimmt (alles, ich finde Micromanagement auch am schlimmsten). Spät abends noch etwas anfragen, das am nächsten Morgen noch bis 10 Uhr fertig sein soll, das stürzt mich auch immer in so eine ungläubige Verwirrung 🙂 ist aber oft einfach nur „nicht nachgedacht“, nehme ich an. Kann man ja ändern, wenn man darüber spricht.

      Danke für deinen wertvollen Input!