Kickstarter - wie geht das? Crowdfunding für Einsteiger erklärt

Kickstarter – wie geht das? Crowdfunding für Einsteiger

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Das Wort Kickstarter stammt aus der Welt der Motorräder: Ältere Modelle ohne Anlasser konnten nur über diesen Fußschalter gestartet werden, der mit einem kräftigen Hebeltritt in Schwung gebracht wurde. Sogar heute noch gibt es Motorräder, die nur so starten können – daher wird der Name für eine schwungvolle finanzielle Starthilfe bei innovativen Geschäftsideen abgeleitet.

Die amerikanische Plattform „Kickstarter“ und andere Crowdfunding-Projekte nach ähnlichem Prinzip sind für viele Start-up Ideen die einzige Möglichkeit, mit vertretbarem Aufwand Fahrt aufzunehmen. Kickstarter.com war der Vorreiter und ist heute noch die wichtigste Plattform. Wir erklären Dir, wie Du ein Kickstarter-Projekt beginnst.

Kickstarter erste Schritte: Ziele klar definieren und Projektseite anlegen

Damit Dein Projekt auf kickstarter.com und ähnlichen Plattformen gute Erfolgsaussichten hat, musst Du Dein Ziel klar definieren. Es genügt nicht, ein Unternehmen allgemein voranbringen zu wollen, , sondern Du benötigst konkret etwas, das Du erschaffen und mit anderen teilen möchtest: Ein Produkt oder Gerät, ein Buch oder ein Film sind solche greifbaren und gut definierbaren Ziele, mit denen Du arbeiten kannst.

Jedes Projekt auf Kickstarter bekommt eine Projekt-Darstellungsseite mit der Möglichkeit, ein Video einzubinden und den Hintergrund des Projekts darzulegen. Wenn Du keinen Trailer herstellen oder Sonstiges anbieten kannst, solltest Du mindestens ein “Interview” mit Dir und Deinem Team führen und Deinem Anliegen ein Gesicht geben, denn Präsentation einer Idee und der Menschen dahinter sind die ausschlaggebenden Elemente beim Crowdfunding.

Außerdem wird auf der Projektseite genauestens erläutert, welche Belohnungen die Unterstützer Deines Projektes erhalten, wenn Du es erfolgreich abschließst. Die Belohnungen können alle möglichen Formen annehmen und auch gestaffelt erfolgen. Am besten schaust Du Dich um, welche Angebote erfolgreiche Kickstarter-Projekte ihren Fans gemacht haben und erarbeitest ein eigenes Konzept, das zu Deinem Budget und Businessplan passt.

Es gibt einige unzulässige Dinge, die nicht als Belohnung eingesetzt werden dürfen – so darfst Du beispielsweise keine Kapitalerträge anbieten oder Artikel Dritter wiederverkaufen. Außerdem solltest Du auch Unterstützer mit ganz kleinem Budget oder einer zurückhaltenden Einstellung die Möglichkeit einer Beteiligung bieten: Fang klein an, so dass sich die Belohnungen steigern. Die Plattform unterstützt Dich mit Tools, die Dich schrittweise durch die Einrichtung eines Bonussystems führen, ein Konzept solltest Du aber vorher schon haben.

Deine Kickstarter-Projektseite sollte dann natürlich regelmäßige Updates erhalten, damit die Unterstützer Dich begleiten können. Auf dieser Visitenkarte für Dein Kickstarter-Projekt erzählst Du eine Geschichte, die Deine potenziellen Unterstützer überzeugen soll, für Dein Projekt aktiv zu werden. Die Best Practice Beispiele auf kickstarter.com sollen Dir dabei helfen, ein Gefühl für eine gute Projektpräsentation zu entwickeln.

Deine Kickstarter-Page sollte auf jeden Fall folgende Informationen anbieten:

  • Vorstellung von Dir und Deinem Team inklusive Hintergrundinformationen
  • Vorstellung Deiner Projektidee mit Beschreibung, Fotos, Einzelheiten und allem, was Unterstützer begeistern kann
  • Informationen über Zeitplan und Budget: Was die Unterstützer in welchem Zeitraum erwarten können sowie eine transparente Kostenplanung
  • Bilder, Videos und Antworten auf alle aufkommenden Fragen
  • Wenn Deine Begeisterung spürbar ist und Du den Unterstützern klarmachen kannst, dass Deine Idee tragbar ist, hast Du optimale Aussichten erschaffen und musst nun kräftig die Werbetrommeln für Deine Aktion rühren. Denn bei der Original-Plattform Kickstarter.com ist das Erreichen des Kampagnenziels eine zwingende Voraussetzung.

    Das Kickstarter-Prinzip: Alles oder nichts

    Falls Dein Projekt das Finanzierungsziel nicht erreicht, wird Dir kein Geld ausgezahlt. Dadurch wird das Risiko gering gehalten. Stell Dir vor, Du möchtest ein Projekt verwirklichen, dessen Produktionskosten sich auf mindestens 500.000 Euro belaufen, Du bekommst aber “nur“ 50.000 Euro zusammen – dann würdest Du bei einem normalen Sponsoring vor der Wahl stehen, mit zu wenig Budget eine Bauchlandung zu riskieren oder müsstest Dich mit jedem Deiner Unterstützer auseinandersetzen und das Geld zurückgeben.

    Dieses Problem nimmt Dir das Kickstarter-Modell ab. Das Projekt wird nur umgesetzt und der Beitrag der Unterstützer erst für Dich verfügbar, wenn das Kampagnenziel auch wirklich erreicht wird. Diese Art der gesicherten Finanzierung gibt Unterstützern die nötige Gewissheit, dass Du Dein Projekt wie geplant beenden kannst, vorausgesetzt der Budgetplan passt. Es ist damit wahrscheinlicher, dass Menschen Dir ihre Unterstützung geben, weil es bei Kickstarter heißt: Alles oder nichts. Es ist deswegen für Dich besonders wichtig, im Vorfeld einen tragbaren Finanzplan zu kalkulieren und diesen mehrfach zu prüfen, gegebenenfalls mit Unterstützung von Experten.

    Weil es bei Kickstarter in erster Linie um das Überzeugen und Begeistern von Menschen für Deine Idee geht und erst dann um Produkte und Gelder, solltest Du während der gesamten Laufzeit Deines Projekts mit Deinen Unterstützern kommunizieren und sie über die Fortschritte auf dem Laufenden halten. Benutze dazu die Updates, die Spotlight-Seite, Kickstarter Live und das Messaging-System auf der Plattform – alle Crowdfunding-Plattformen unterstützen ihre Anwender mit gut durchdachten Tools.

    Auf Kickstarter.com kannst Du Dich mit dem Dashboard für Projektgründer komfortabel auf dem Laufenden halten. Das Dasboard gibt Dir einen schnellen Überblick über alle Aspekte Deines Projekts – wie läuft die Finanzierung, wie sind Besucher auf Deine Seite gelangt, welche Belohnungen sind am beliebtesten? Es gibt dort sogar einen kompletten Feed aller Aktivitäten des Projekts, damit Dir nichts entgeht.

    Ist Dein Start-up bei Kickstarter vertreten? Dann freuen wir uns über einen Hinweis in den Kommentaren 🙂

    Über den Autor
    Carola Heine
    Up to date: Trends, Insider-Wissen und Online Navigation

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