Gründen in der Kommunikationsbranche

Gründen in der Kommunikationsbranche

»Was mit Medien und Kommunikation« ist einer der häufigsten Berufswünsche. Wir zeigen verschiedene Möglichkeiten, sich in der Kommunikationsbranche selbständig zu machen.

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Kommunikation umgibt uns überall, besonders in den neuen Medien. Informationen, Inhalte, Bilder werden tagtäglich milliardenfach konsumiert, geteilt und kommentiert. Doch wer bereitet uns diese Beiträge auf, wer sorgt für den Klick im Facebook-Post, wer textet die Werbeslogans, die dich manchmal zum Lachen bringen? Kurz: Gründen in der Kommunikationsbranche – welche Berufe gibt es, mit denen du in eine Selbständigkeit einsteigen kannst?

Der Oberbegriff für alle, die beruflich in den genannten Bereichen unterwegs sind, lautet »freie Publizisten«, die Rede ist aber meistens von Texterinnen, Redakteure, Social Media Manager*innen und so fort. Sich zu positionieren von Anfang an ist beim Gründen in der Kommunikationsbranche die wesentliche Herausforderung, denn die Konkurrenz ist groß – und die meisten Aufträge werden über Empfehlungen vergeben.

Es gibt viele Publizisten, die sich als Allrounder sehen und Aufträge zu buchstäblich jedem Thema entgegennehmen, um sich einzuarbeiten. Das kann man so machen, vor allem um erste Erfahrungen zu sammeln oder wenn du nebenberuflich startest. Lukrativer und langfristig tragfähiger aber sind eine oder mehrere Nischen mit Fachwissen einer bestimmten Branche oder zu einem festen Thema. Neben Spezialisierung ist Networking ein wichtiger Erfolgsfaktor.

Freie Journalist*innen oder Redakteur*innen

Vom Quereinstieg über das Volontariat bis hin zum Studium ist jeder Einstieg möglich: Als freiberufiche Journalistin oder als freier Redakteur arbeitest du auf Honorarbasis für kleine und große Auftragvergebende. Diese Berufsbezeichnung ist nicht geschützt, auch Influencer und Blogger sehen sich heute als journalistische Publisher und so herrscht ein Konkurrenzdruck, der sich besonders bei Feld-, Wald- und Wiesenthemen auch im vergleichsweise niedrigen Honorar niederschlägt.

Als Freiberufler*in musst du kein Gewerbe anmelden und eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung reicht für deine Steuererklärung aus. Dafür bist du zur Anmeldung in der Künstlersozialkasse verpflichtet und damit auch krankenversicherungs- und rentenpflichtversichert. Ein Sozialgesetz, das nur Vorteile hat, denn die KSK übernimmt die Hälfte deiner Kosten.

Der Traum vom Schreiben: Schriftsteller*innen und Autoren

Viele Menschen träumen davon, vom Schreiben leben zu können, Bücher zu veröffentlichen. Auch Autor*innen sind Freiberufler, sobald sie ihre Werke der Öffentlichkeit zugänglich machen und sich darum bemühen, den Lebensunterhalt mit Schreiben zu verdienen.

Vor allem wer belletristisch schreibt und dabei nur Verluste einfährt, aber Unkosten geltend macht, läuft Gefahr, bei weiter ausbleibendem Erfolg vom Finanzamt als Ausübender einer »Liebhaberei« eingestuft zu werden – nur mit Schreiben sollten Autor*innen sich also nicht beschäftigen:

Businesspläne zur Bestätigung der Gewinnerzielungsabsicht und Vermarktung gehören dazu.

Autor*innen können auch gewerblich eingestuft werden

Immer dann, wenn du vom eigenen freien Schreiben abweichst, kannst du als gewerblich eingestuft werden. Zum Beispiel, wenn du Ghostwriter beauftragst, um dein Werk zu vollenden. Denn die die schriftstellerische Tätigkeit ist dann nicht dir, sondern dem Ghostwriter zuzuschreiben. Für die Publikation hast du Kapital eingesetzt – den Ghostwriter bezahlt – das eingenommene Geld stammt dann aus einer gewerblichen Tätigkeit.

Auch Selfpublishing kann gewerblich werden: Ob du als Autor*in im Eigenverlag gewerblich oder freiberuflich tätig bist, entscheidet die Art des Vertriebes. Werden deine Bücher direkt beim Distributoren gekauft, erhältst du Tantieme und bist freiberuflich. Kaufst du dein Buch selbst beim Distributoren und verkaufst es dann weiter, betreibst du eine gewerbliche Tätigkeit. Also Achtung beim Vertrieb der Bücher – dein beruflicher Status hängt davon ab und ggf. brauchst du einen Gewerbeschein und deine Steuerkanzlei muss eine zweiteilige Einkommenssteuererklärung erstellen, die dieses berücksichtigt.

Mach dein Ding, nicht deine Steuern. Mit Kontist.

Kontist ist das Geschäftskonto, das mitdenkt – auch beim Gründen in der Kommunikationsbranche. Trenne Geschäftliches von Privatem einfach und übersichtlich, schütz dich vor Steuerfallen, verabschiede dich von Papierkram und vergiß‘ nie wieder einen Beleg:

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Werbetexter*innen, Blogger und Texter: Content-Produzenten

Es ist nicht einfach, flüssig und gut zu schreiben und sich dabei auch noch auf die Zielgruppe und die Wünsche des Kunden einzustellen. Content Writer und Werbetexter beherrschen das aber sehr gut: Sie haben nicht nur das richtige Sprachgefühl entwickelt, sondern können sich auch in die Lesenden hineinversetzen und sie zu einer bestimmten Aktion bringen.

Content ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor jeder Marketingstrategie. Um in Google auffindbar zu sein, um sich von der Konkurrenz abzuheben, um Produkte und Dienstleistungen zu erklären und greifbar zu machen, eine bestimmte Sprache für eine Marke zu entwickeln: Die Aufgabe ist anspruchsvoll und erfordert gute Texter*innen, die sich auskennen und einbringen.

Copywriter bzw. Werbetexter*innen wollen einen wirksamen Anreiz setzen, zum Beispiel jemanden aus der Zielgruppe dazu bringen, ein Produkt zu kaufen. Sie verfassen Werbeslogans, Radiospots und Broschüren für bestimmte Zielgruppen oder texten für (Online)-Kampagnen. Auch Werbetexter*innen genießen den Freiberufler-Status, wenn sie sich beim Finanzamt für die Gründung in der Kommunikationsbranche anmelden.

Gründen in der Kommunikationsbranche: Weitere Berufe

Social Media Manager: Als Selbstständige*r im Social-Media-Management koordinierst, überwachst und steuerst du alle Unternehmensaktivitäten in den sozialen Netzwerken. Postings verteilen, Kampagnen aufsetzen – alle Prozesse rund um Markenaufbau und -pflege. Ein häufiger vorkommender Aufgabenbereich des Social-Media-Managers ist Krisenkommunikation. Shitstorms erfordern eine zeitnahe und angemessene Reaktion der Seitenbetreiber, um einen Imageverlust für das Unternehmen abzuwenden.

Community Manager: Moderatoren und Impulsgeber, die Communities aufbauen und betreuen, Kommentare moderieren und beantworten, direkt mit den Usern kommunizieren. Gute Comunity Manager*innen unterstützen langfristige Kundenbindung, einen hohen Bekanntheitsgrad und Reichweite, sie geben einer Firma oder Marke online eine unverkennbare eigene Stimme und agieren im Auftrag eines Unternehmens als Sprechrohr und Feedback-Kanal.

PR-Manager*in

Als PR-Manger*in zeichnest du für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit einer Firma verantwortlich. Du schreibt Pressemitteilungen, überlegst Informationsstrategien für Kampagnen und treibst diese voran, indem du mit Journalisten kommunizierst, ein Netzwerk aufbaust und wie Community Manager auch auf Krisen reagierst, nur eben mit deinen Mitteln der klassischen PR wie Stellungnahmen und Pressemitteilungen.

Wann ist der Job freiberuflich, wann gewerblich?

Wenn du redaktionell und journalistisch arbeitest, Texte verfasst oder als Dozent*in und Coach tätig bist, stuft das Finanzamt dich als freiberuflich ein. PR und Marketing wiederum sind ein untrennbarer Mix aus freiberuflichen und gewerblichen Anteilen, um deine individuelle Situation zu sortieren, empfehlen wir dir eine Beratung durch einen Steuerprofi.

Ob Text, Journalismus, Social Media oder Redaktion – selbstständige Berufe in der Kommunikationsbranche sind so vielfältig wie noch nie.

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Über den Autor
Carola Heine
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