Sind tausend Euro genug, um eine neue Geschäftsidee zu etablieren und damit für eine Existenzgründung?

Gründen mit 1.000 Euro Startkapital: Geht das?

Sind tausend Euro genug, um eine neue Geschäftsidee zu etablieren - und damit für eine Existenzgründung?

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Wie viel Kapital brauchst Du wirklich, um zu gründen? Dank kostenfreien oder günstigen Apps kannst Du mit klug eingesetzten tausend Euro im ersten Jahr weit kommen. Gründen mit 1.000 Euro Startkapital:

Geschäftsräume, Geschäftsausstattung, Hardware, Software, eine professionelle Website oder ein Shop, Marketing und Suchmaschinenoptimierung, Steuerberatung und Beratung … das kostet alles viel Geld. Die Umsetzung einer neuen Geschäftsidee scheint also in vielen Fällen davon abzuhängen, wie viel Startkapital vorhanden ist. Doch muss eine professionelle Geschäftsgrundlage tatsächlich so viel kosten? Ist Gründen mit 1.000 Euro oder weniger auch möglich? Wir haben das mal für Dich durchgerechnet.

Gründen mit 1.000 Euro – so kann es klappen

Ein eigenes Büro scheint ein logischer erster Schritt zu sein bei der Existenzgründung. Tatsächlich ist es aber das Unwichtigste auf Deiner Liste: Dank Internet und moderner Technologie lassen sich viele Aufgaben mit Deinem vermutlich bereits vorhandenen Laptop am Küchentisch erledigen. Meetings mit Kunden verlegst Du in ein schickes Szene-Café und Workshops mit Bedarf an Beamer und Co in den nächsten Coworking Space. Du kannst Deine Kommunikation und Terminvereinbarung dank Mail und Apps auch ganz ohne Sekretariat regeln, Deine Buchhaltung komfortabel mit lexoffice erledigen und nur bei Fragen auf den Steuerberater zurückgreifen. So hast Du volle Kontrolle und erwirbst Hintergrundwissen über jeden Vorgang, vor allem aber sorgst Du dafür, dass Du die laufenden Kosten für eigene Geschäftsräume und viele andere „Basics“ in der Gründungsphase erst mal vermeiden kannst.

Domain, Website und Geschäftsausstattung

Nicht verzichten kannst Du auf Präsenz im Internet. Preiswerte Anbieter für das Erstellen von Landingpages, Websites und Shops sind ein zweischneidiges Schwert: Natürlich kann keine Billiglösung jemals mit einer maßgefertigten mithalten, gerade ein Logo oder einen Slogan sollte man aber nicht oft ändern (müssen). Andererseits kannst Du natürlich nur Geld ausgeben, das Dir auch zur Verfügung steht. Es ist ganz vernünftig, die Finanzen knapp zu planen – wichtig ist dann in der Startphase vor allem, dass Du gefunden wirst und Deinem Business ein „Gesicht“ gibst.

Eine Domain mit Webspace und der Möglichkeit, WordPress zu installieren, bekommst Du bei bewährten Webhosting-Providern für unter 10 Euro monatlich. Damit kannst Du Deinen Firmennamen mit mehreren Domainendungen reservieren, weitere Adressen oder Subdomains für Landingpages einrichten, häufig sogar ein vorinstalliertes WordPress und eine große Anzahl an E-Mail-Adressen für verschiedene Zwecke nutzen und parallel auf professionellen Service zurückgreifen. Solltest Du dann noch ein professionelles, für mobile Endgeräte nutzbares WordPress Template und Lizenzen für die Nutzung guter Fotos anschaffen, kommen noch einmal höchstens 100 Euro dazu.

Übrigens: Wenn Du einen Shop benötigst, empfehlen wir unseren Partner Versacommerce. Mit der Cloud Shop-Software VersaCommerce kannst Du einen individuell gestalteten Online-Shop kostengünstig betreiben. Alles inklusive: Sicherheit, Updates, Hosting und offene Schnittstellen, sowie Hunderte fertiger Shopdesigns zur Auswahl.

Eine professionell wirkende Geschäftsausstattung mit den druckfähigen Dateien für Logo, Briefpapier, Visitenkarten und Vorlage-Design für Präsentationen, Flyer und Landingspages ist für unter 500 Euro selten zu bekommen. Auch wenn Du Dich an Discounter-Plattformen wie Fiverr.com wendest, zahlst Du meist doch einige Hundert Euro, bis Du alles in zufriedenstellender Qualität zusammen hast und Briefpapier mit Visitenkarten gedruckt in der Hand hältst. Deswegen bist Du vermutlich besser damit bedient, auf einen nicht so teuren Designer in Deinem Netzwerk zurückzugreifen, der Dich versteht und mit dem Du später auch noch weiterarbeiten kannst, als auf ein Discount-Angebot von einer Auktionsplattform. Zeit für Abstimmungen und Briefings kostet schließlich auch Geld – und Deine Geschäftsausstattung soll Dir zu einem ausgezeichneten ersten Eindruck verhelfen, da ist sie diese Investition wert. Der dickste Batzen auf unserer Budget-Liste ist also ein Design-Profi.

PR für Start-ups und Gründer*innen

Eine Aufgabe, die Du dann wieder selbst übernehmen kannst, ist die Pressearbeit in der Startphase. Schließlich kennt niemand Deine Geschäftsidee besser als Du und so kannst Du zumindest Deine ersten Blogbeiträge und Pressemitteilungen selbst schreiben und Dir einen Verteiler der Medien erarbeiten, für die Dein Angebot vermutlich besonders interessant ist: Regional, event-bezogen oder branchenabhängig. Ein paar PR-Tipps haben wir Dir zusammengestellt, zum Beispiel gibt es auch kostenlose Presseportale, bei denen Du Deine Infos einstellen kannst.

Oder Du setzt auf Mailmarketing. Mit Marketing-Software wie Mailchimp kannst Du Dir über ein Formular auf Deiner Website einen Verteiler aufbauen und verwalten, den ersten bis 2.000 Abonnenten und bis zu 12.000 Mails im Monat sogar kostenlos.

Die Facebook-Fanpage, den Twitterkanal, den Instagram-Channel und je nach Branche XING oder Linkedin kannst Du ebenfalls eigenständig anlegen, jeweils Dein Logo verwenden und diese Kanäle mit Deinen Marketing-Infos füllen. Ein Social Media Dashboard wie Hootsuite oder Buffer hilft Dir dabei, die Posts bereits auf längere Zeit im Voraus zu planen oder wo sinnvoll zu wiederholen. Eine Profi-Version ist ab etwa 8 Euro/Monat erhältlich und liefert die wichtigsten Auswertungen gleich mit.

Um Deine frischen Infos sinnvoll anzuschieben, solltest Du dann mit mindestens einhundert Euro Budget für die erste Werbung starten und Dein Unternehmen bei Google Adwords oder mit Facebook oder Twitter-Anzeigen zielgruppengerecht bewerben. Nur mit Erfahrungen kannst Du entscheiden, wo Du dann weiteres Budget investieren willst.

Zusammengerechnet …

Fixkosten für Low Budget Gründen mit 1.000 Euro im ersten Jahr:

  • lexoffice Förderprogramm für Gründer: 0 Euro im ersten Jahr
  • Domain und Webspace für WordPress: 120,00 Euro/Jahr zzgl. Mwst
  • WordPress-Template und Foto-Lizenzen: 100,00 Euro zzgl. Mwst einmalig
  • Geschäftsausstattung vom Profi: Mindestens 500,00 Euro zzgl. Mwst
  • Social Media Dashboard für Marketing: 8 Euro/Monat, 96 Euro/Jahr zzgl Mwst
  • Anzeigen Start-Boost bei Google Adwords und Facebook Ads: je 100 Euro
  • Total für den professionellen Start: 1.016,00 Euro

Du hast es schon bemerkt: Krankenversicherung, Rücklagen und Altersvorsorge fließen in unser Rechenspielchen nicht ein.

Ebenso passt das beispielhafte „Gründen mit 1.000 Euro“ natürlich nur, wenn keine Produktionskosten für Waren oder Lagerkosten, Versandkosten mit Verpackungsmaterialien und Etiketten/Portokosten anfallen.

In solchen Fällen kannst Du sparen, indem Du auf Dienstleister für den Versand zurückgreifst, damit Du Dich weiter auf den Auf- und Ausbau Deiner Geschäftsidee konzentrieren kannst, während andere dann schnell, effizient und preiswert für Dich versenden.
Eine virtuelle Geschäftsadresse, die Du als Kontaktmöglichkeit angeben kannst, ist ab ca. 70 Euro im Monat in den meisten großen Städten unkompliziert zu mieten, so lange Du Deine Privatanschrift als ladefähige Firmenadresse ins Handelsregister eingetragen hast. Wenn Du überall, auch im Impresum, eine gemietete Adresse angeben möchtest, ist dies nur möglich, wenn Du Dich als Coworking-Kunde einmietest. Rein virtuell kannst Du Dir nur Post nachsenden lassen, nicht die Mietadresse als einzige Anschrift angeben, mit Coworking schon.

Auch nach der Startphase muss es kein Vermögen kosten, Deine Geschäftsidee weiter auszubauen. Eine virtuelle Assistenz, die Anrufe entgegennimmt, Termine und Aufträge vereinbart und Dich organisatorisch entlastet, ist ab etwa 50 Euro monatlich buchbar. Feste Plätze im Coworking kosten weniger als immer neue temporäre.

lexoffice wächst mit und kann von Kassenbuch bis Steuerberaterzugang Deinen Bedarf an Buchhaltungssoftware abdecken. Am besten nutzt Du unser Förderprogramm für Gründer mit dem kostenlosen ersten Jahr, um Dir selbst ein Bild zu machen und jederzeit mühelos den Überblick über Einnahmen und Ausgaben zu haben.

Über den Autor
Carola Heine
Up to date: Trends und Online Navigation

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