Kanzlei-Website Knigge 2021: Die richtige Ansprache finden

Kanzlei-Website Knigge 2021: Die richtige Ansprache finden

Die Kombination von Krise und Innovation bringt uns eine Relaunch-Welle für Internetseiten von Steuerkanzleien. Was Sie vor Ihrer Neuausrichtung bedenken sollten.

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Die Welt rückt näher, nicht nur in der #Zukunftskanzlei. Innovationswunsch beherrscht jedes Gespräch und ein freundlich-formloses »Du« ist inzwischen der angenehme Normalfall in vielen geschäftlichen Situationen. Doch sollten Sie deshalb Ihre Website-Besuchenden duzen? Lesen Sie das Ergebnis unserer formlosen Umfrage zum Knigge für die Kanzlei-Website.

Ansprache auf der Kanzlei-Website: Eindeutiges Umfrage-Ergebnis, aber mit flexibler Handlungsempfehlung

Sollte eine Steuerberatungs-Kanzlei die Lesenden auf einer Website duzen oder siezen? Auch dann, wenn die Firmenkultur an sich ist freundlich duzend vom Geschäftsführer abwärts ist?

Ein kniffliges Problem, mit dem sich viele Website-Betreibenden herumschlagen und zu dem es eine halbe Million Internetseiten gibt, weil das Thema seit Jahren ein Dauerbrenner ist. Im persönlichen Gespräch ist das Du eine Selbstverständlichkeit und bringt Gespräche auf Augenhöhe. Es ist angenehm lässig und längst ein Teil des professionellen Umgangs miteinander. Aber als im Web gelesener Erstkontakt?

Das ist, und so zeigte es auch unsere spontane Umfrage, etwas anderes.

Kann man auf einer Kanzlei-Website gleich mit dem Duzen ins Haus fallen?

Das war die Frage, die ich vor einigen Tagen auf meiner eigenen Facebook-Timeline (als Autorin und Bloggerin) stellte, weil ich in eine freundliche Diskussion über die passende Tonalität von Texten auf einer Kanzlei-Website verwickelt war.

100 potenzielle Mandant*innen (und eine Handvoll Steuerexperten) haben geantwortet.

Auf der Kanzlei-Website duzen oder siezen?

Ein eindeutiges Ergebnis: 75 von 100 formlos Befragten antworteten, dass sie im professionellen Kontext und beim Erstkontakt über die Kanzlei-Website bitte grundsätzlich gesiezt werden möchten.

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Ausnahme von dieser goldenen Regel:
Branchen, in denen sich immer geduzt wird, wie beispielsweise in Start-up Teams.

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Größtenteils einig ist man sich außerdem, dass jederzeit nach dem Kennenlernen problemlos zum Du gewechselt werden kann, wenn es passt – es sollte nur nicht ab der ersten Ansprache als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Denn das kann schnell plump und wenig professionell wirken (der Vergleich mit »Möbelhaus-Charme« fiel).

Ein sehr eindeutiges Ergebnis. Oder doch nicht?

Wenn Sie die Besuchenden Ihrer Kanzlei-Website siezen, sind Sie also auf der sicheren Seite. Doch ist die sichere Seite immer der beste Weg zum Erfolg?

Immerhin rund ein Viertel der Befragten antworteten nicht ganz so »schwarz-weiß«. Während der Großteil der Teilnehmenden zwar findet, dass Professionalität primär durch Qualifikation und höfliche Distanz vermittelt wird, sehen andere durchaus zusätzliche Möglichkeiten:

»Ich finde vor allem, dass sich auch mit Duzen respektvoll, wortgewandt und fachlich korrekt ausdrücken lässt. Es KANN kumpelhaft klingen, muss es aber nicht.»
Ute Blindert

Einige sehen es als Alleinstellungsmerkmal an, wenn auf der Kanzlei-Website geduzt wird: Als eine Möglichkeit, sich zu positionieren und sich wohltuend abzuheben.

Fest steht: Wer potenzielle Mandanten bereits auf der Kanzlei-Website duzen möchte, kann nicht einfach die eigenen Standard-Text auf ein Du umschreiben. Das textliche Duzen einer professionellen Klientel stellt eine gehobene Anforderung dar. Jeder Satz muss sitzen und in sich stimmig sein – muss sauber zu den angebotenen Informationen umleiten.

Wer duzen will, muss freundlich sein – und professionell vorgehen

Denn es ist die eine Sache, Informationen auf einer siezenden Kanzlei-Website erwartungsgemäß durchzulesen – und eine andere, plötzlich geduzt zu werden. Jede Unsicherheit im Stil, jede unpassende Formulierung kann die Lesenden innerlich zum Zusammenzucken bringen. Aus freundlicher Ansprache wird plumpe Vertraulichkeit, und die brüskiert dann genauso, wie wie es im echten Leben tut.

Wer von uns ist noch nie zusammengezuckt und hat es als unpassend empfunden, wenn ein neuer Kontakt mit einem Du begann? Das hat wohl jede*r schon erlebt. Netzwerken im Internet weicht diese Grenzen auf, aber bei der Kanzlei-Website ist der Sprachwandel noch nicht ganz angekommen.

Tatsächlich ist die beste Empfehlung eine der täglichen Praxis entnommene:

Duzen Sie die potenziellen Mandant*innen, die sich telefonisch oder per Mail erstmals bei Ihrer Steuerkanzlei melden? Dann ist das Duzen auch auf Ihrer Kanzlei-Website kein Problem.

Es entsteht kein Bruch, weil die persönliche Ansprache zu einhundert Prozent die Firmenkultur wiedergibt. Alle anderen sind gut damit beraten, sich an Konventionen zu halten:

Das Du kann man sich anbieten, wenn man sich ein bisschen besser kennt.

Steuerbranche im digitalen Wandel

Die Empfehlung, potenzielle Mandanten auf der Kanzlei-Website zu siezen, kann schon in wenigen Jahren veraltet sein und wir schmunzeln dann nur noch darüber. Kaum eine Branche durchlebt einen so großen Wandel wie die Steuerbranche derzeit dank Digitalisierung und Corona-Krise.

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Ohne Umweg zur Studie #Zukunftskanzlei
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Über den Autor
Carola Heine
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