KPI im Kanzleimarketing

Realistische Ziele und KPI im Kanzleimarketing

Wie sieht eine wirklichkeitsnahe Erwartungshaltung im Social Media Marketing aus? Diese in der Steuerbranche häufig gestellte Frage greifen wir auf.

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Wie sieht Erfolg aus? Als Kanzlei-Inhaber:in fragen Sie sich vielleicht: ‚Ergibt das, was ich tue, einen Sinn? Sind meine KPI im Kanzleimarketing die richtigen?‘

Die sozialen Medien bieten schillernde Versprechen von Sichtbarkeit und Reichweite – doch ein steigender Bekanntheitsgrad zahlt nicht automatisch auf die Umsätze ein.

KPI im Kanzleimarketing: Keine Steuerkanzlei ist wie die andere

Welche KPI im Kanzleimarketing die richtigen sind, hängt von ihren kurz- und langfristigen Zielen ab. Nicht jedes Ziel lässt sich mit jeder Social Media Plattform erreichen. Die Strategie jeder Steuerkanzlei kann außerdem sehr individuell ausfallen, sie hängt von der Kanzleileitung ab: Kaum eine Firma wird so von der Persönlichkeit der Inhaber:innen getragen wie eine Kanzlei.

Vielleicht sind Sie hoch spezialisiert und wollen durch regelmäßige Postings Sichtbarkeit für ein bestimmtes Expertenthema aufbauen. Oder Sie haben zahlenbasierte Ziele und sehen Social Media nur als ein erfolgreiches Instrument an, wenn sie eine bestimmte Anzahl digital-affiner Mandate hinzugewinnen in einem bestimmten Zeitraum.

Die eigenen Ziele kennen ist also immer der erste Schritt. Erst dann lassen sich eine sinnvolle Strategie und KPI fürs Kanzleimarketing festlegen, egal ob es um die Sozialen Medien oder andere Marketingkanäle wie Newsletter, Blog oder Anzeigen geht.

Um ein Gefühl für das Machbare zu ermitteln, werden Sie sich auch mit anderen Kanzleien vergleichen und sich deren Social Media Präsenzen genauer anschauen. Dabei werden Sie sich Anregungen notieren, Best Practives ermitteln und Zahlen vergleichen.

Doch achten Sie dabei bitte darauf, dass für Beobachter:innen meist nur die Vanity Metrics offen sichtbar sind:

Vanity Metrics

Unter „Vanity Metrics“ versteht man Kennzahlen, die auf Beobachter:innen imposant wirken: Hohe Followerzahlen, zahlreiche Interaktionen und so weiter.

Doch ohne zunächst zu wissen, wie viel Zeit, Geld, Anzeigen und gekaufte Reichweite durch Influencer:innen in diese Zahlen geflossen sind, lässt sich kaum beurteilen, ob diese Ergebnisse wirklich so gut sind.

Trotzdem sind Vanity Metrics das Erste, was andere von Ihren Ergebnissen sehen. Völlig vernachlässigen werden sie diese KPI im Kanzleimarketing also nicht.

Mehr über Vanity Metrics

Monatliche oder vierteljährliche KPI im Kanzleimarketing

Wie oft Sie Ihre Ziele mit den „Key Performance Indikatoren“ abgleichen, kommt auch auf Ihre Ressourcen an. Einmal die Zeit-Ressource: Wählen Sie einen Rhythmus, den Sie komfortabel einhalten können. Je mehr Daten Sie sammeln und je mehr historische Daten Ihnen zur Verfügung stehen, desto aussagekräftiger sind Ihre Auswertungen.

Aber auch das Budget. Sie werden Ihre Ergebnisse nicht verzehnfachen oder verhundertfachen, wenn Sie im Gegenzug nichts in Social Media Redaktion und Management investieren und ohne Anzeigen arbeiten – das Erreichen von KPI im Kanzleimarketing erfordert Strategie und Teamwork.

Sinnvolle Ziele festlegen und erreichen, zum Beispiel

  • Ein Produkt oder eine Dienstleistung verkaufen – die Anzahl Abschlüsse erhöhen,
  • weitere Leads generieren,
  • strategisch den Bekanntheitsgrad erhöhen

Steigerung der Markenbekanntheit ist das populärste Ziel, da Social-Media-Plattformen am besten geeignet sind, um relevante Inhalte zu erstellen und mit der Zielgruppe in Kontakt zu treten. Nach dem Motto „Wenn wir bekannt genug sind, ergibt der Rest sich fast von selbst oder ist zumindest einfacher“, messen Sie für dieses Ziel die Anzahl der Follower, Ihre konkrete und gesamte Reichweite und die Anzahl der Impressionen und Interaktionen.

Leads generieren ist ein Ziel, das Sie durch die Anzahl der Anfragen über Chatbot, Messenger, Kalender-Tool und durch die Zahl der zustande gekommenen Termine messen können.

Welche KPI im Kanzleimarketing sind also realistisch?

Wenn Sie Ihre Kanzlei über LinkedIn weiter aufbauen wollen, sollten Sie Ihre Vernetzungen, Follower:innen, Reichweite und Interaktionen messen und Ihre Leads auswerten. Zum Glück bringt die Business-Plattform integrierte Statistiken mit, die einen schnellen Überblick über die meisten Zahlen ermöglichen.

Welche Ziele realistisch sind, kommt auf das an, was Sie bereits mitbringen und was Sie investieren. Werten Sie zum Beispiel vergangene Zeiträume aus und überlegen Sie, wie viele Monate Sie brauchen, um diese Ergebnisse zu verdoppeln. Dann gehen Sie einen Schritt weiter und arbeiten die Maßnahmen dafür aus.

Oder arbeiten Sie mit Anzeigen und Content Marketing, um 10 oder 100 mehr Leads zu erreichen, eine Steigerung von 25% zu erzielen oder dreißig zusätzliche Anfragen monatlich zu generieren. Damit ein Ziel realistisch ist, müssen Sie auch das Ergebnis gut integrieren können: Was helfen Ihnen 200 Anfragen, wenn Sie höchstens 20 neue Mandate hinzunehmen können?

Dann wäre es sinnvoller, für hochspezialisierte Beratung mehr Bekanntheit und ein Netzwerk aufzubauen und gute KPI wären Gastauftritte auf Events und in Blogs und Podcasts – beispielsweise jeden Monat einen.

Wichtig: Keine Maßnahme funktioniert auf Knopfdruck.

Wenn Sie mit einem Redaktionsplan arbeiten und über eine längere Zeit immer wieder eine Ansprache mit Nutzwert anbieten, wird es einige Wochen oder Monate dauern, bis Sie Ergebnisse sehen – und dann heißt es, am Ball zu bleiben.

Noch ein Faktor, den Sie nicht vernachlässigen sollten: Je mehr Freude und Experimentierfreudigkeit Sie auf die Plattformen mitbringen, desto erfolgreicher werden Sie sein. Denn beim Erreichen von Social Media Zielen sind auch Ihre eigenen Interaktionen wichtig:

Die Kommentare, die Sie bei anderen hinterlassen und die Reaktionen, wenn Ihnen ein Beitrag gefällt. Erfolg ergibt sich dann aus dem Gesamtbild aller Aktivitäten.

Die Vermarktung einer digitalen Kanzlei im Wandel gehört zu den vielen Themen, über die wir auch in unserem Podcast sprechen: Hören Sie doch mal rein.

lex' talk about tax - der Podcast von lexoffice zur Zukunftskanzlei

Der Podcast greift die Themen der #Zukunftskanzlei auf: neue Arbeitsfelder für Steuerberater, Menschen aus der Branche mit ihren Erfahrungen, moderne digitale Technologien und konkrete Tipps, die schon heute umsetzbar sind. Deine Gastgeber, Carola Heine und Olaf Clüver aus dem lexoffice Team, sind für dich der Zukunft auf der Spur. Dazu bringen sie eigenen Themen ein und lassen im Gespräch mit Gästen die Sprühfunken fliegen. Sei dabei in der Runde, freue dich auf neue Einblicke und hole dir den Extra-Schub auf der Zukunftsgeraden.

Startklar? Dann heißt es wieder einmal „Auf in die Zukunft!“

FAQ:

Was sind KPI im Kanzleimarketing?

KPI oder Key Performance Indikatoren sind Kennzahlen, mit denen sich Erfolge und erreichte Ziele messen lassen. Wenn die beschlossene KPI beispielsweise Reichweite ist, misst man den aktuellen Stand und dann, wie sich Kampagnen, Content Marketing und Anzeigen auswirken.

Warum heißen Followerzahlen „Vanity Metrics“?

Unter Vanity Metrics versteht man alle schicken Social Media Zahlen, bei denen Beobachter:innen nicht wissen, wie viel Geld und Zeit geflossen ist, um sie zu erreichen – deshalb kann man die eigenen Zahlen damit auch nicht vergleichen.

Was ist herausfordernd an Kanzleimarketing?

Kanzleimarketing in der Steuerbranche ist besonders anspruchsvoll, weil die Wertigkeit von Dienstleistungen vermittelt werden muss – aber auch ein Vertrauenssaufbau betrieben wird und der Erfolg von der „Persönlichkeit“ der Kanzlei abhängt.

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