Gehalt ist nicht alles: Was potenzielle Mitarbeiter:innen heute wollen

Gehalt ist nicht alles: Was Mitarbeiter:innen wollen

Die Ernst&Young Studie "Karrierewege Millennials 2022" zeigt auf, dass drei von fünf Befragten Interesse am Jobwechsel haben. Was wünschen sie sich?

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Fachkräftemangel ist nicht nur dann ein Thema, wenn es ums Finden neuer Mitarbeiter:innen geht. Die bestehenden zu halten und zu motivieren wird auch zunehmend zur spannenden Herausforderung!

Werfen Sie jetzt Ihre veralteten Annahmen über Bord, was die Wünsche und Sehnsüchte ihres Teams betrifft – und schauen Sie genauer hin.

Jede:r Fünfte sucht bereits aktiv nach einer anderen Stelle

Die aktuelle Studie von EY zeigt auf, dass viele Millennials an ihrem Arbeitsplatz bereits auf dem Sprung sind: 61 Prozent können sich Jobwechsel vorstellen, jede:r Fünfte sucht bereits aktiv.

Ein Phänomen, das auch die Steuerbranche betreffen dürfte, in der vor allem jüngere Mitarbeiter:innen häufig unzufrieden mit dem Stand der Digitalisierung und der Firmenkultur sind.

Für die Studie wurden mehr als 1.000 Deutsche im Alter von 18 bis 40 Jahren befragt. Außerdem haben über 1.500 Menschen in Österreich und der Schweiz an der Befragung teilgenommen. Was auch noch spannend ist: Sie wurde in Zusammenarbeit mit „the female factor“, einer Karriereplattform für Frauen, durchgeführt und entspricht damit dem zeitgemäßen Trend, auch die weibliche Perspektive einzubeziehen.

Doch nicht nur den Frauen ist das Arbeitsklima wichtig: 64 Prozent halten es für einen wichtigen bis sehr wichtigen Faktor und auch bei den männlichen Millennials in Deutschland sind es 53 Prozent.

Jan-Rainer Hinz, Mitglied der Geschäftsführung, Personalleiter und Arbeitsdirektor von EY in Deutschland, sagt dazu: „Hier zeichnet sich ein bemerkenswerter Wandel ab, denn fast die Hälfte (46 Prozent) aller Befragten gab an, dass für die Wahl ihres aktuellen Arbeitgebers noch das Gehalt ausschlaggebend gewesen sei“.

Es war einmal vor gar nicht allzu langer Zeit …

Es ist noch keine ganze Datenträgergeneration her, da hat niemand die Stirn gerunzelt, wenn die Träume und Wünsche von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit ein paar lockeren Sprüchen vom Verhandlungstisch gewischt wurden:

„Lehrjahre sind keine Herrenjahre“. – „Wes Brot ich ess, des‘ Lied ich sing.“ – „Die Jugend von heute ist verwöhnt und wenig belastbar.“

Staubtrocken und veraltet, aber auch wenn man es anders formuliert – das Mindset dahinter ist noch da: Warum sollte ich nach der Pfeife der jüngeren Menschen tanzen, die von mir ein Gehalt erwarten? Wieso 3-Tage-Woche, wenn ich selbst an sieben Tagen für die Kanzlei tätig bin? Wie soll das klappen?

Wenn Sie als Unternehmer:in die Verantwortung auf sich nehmen, Menschen ein festes Gehalt zu zahlen, dann möchten Sie damit Herausforderungen und Aufgaben im eigenen Unternehmen lösen.

Dafür den Interessentierten nicht nur einige wohlwollende Schritte, sondern gleich den ganzen Trimmfpad entgegengehen zu müssen, das stand meistens nicht im Plan.

Es wird sich jedoch lohnen und sogar eine auf allen Ebenen bereichernde Erfahrung sein, sich auf diese frische Generation Fachkräfte zu entstaubten Bedingungen einzulassen.

Fakt ist, das zeigt die EY-Studie ganz deutlich: Unser Arbeitsmarkt ist in Bewegung – und bei der Jobwahl geht es Millennials schon lange nicht mehr nur ums Geld. Der wichtigste Faktor ist ein anderer, denn das Klima zwischen Kolleginnen und Kollegen ist den 18- bis 40-Jährigen bei einem neuen Job wichtiger als das Gehalt oder sogar die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf.

Firmenkultur und Arbeitsklima sind also die Faktoren, an denen Kanzlei-Betreiber:innen kurz- und langfristig schrauben müssen, wollen sie nicht alleine bleiben im Büro.

Als Steuerberater:in im Fachkräftemangel haben Sie diese Möglichkeiten:

Sie können auf Wachstum Ihrer Kanzlei und Geschäftsmodelle verzichten.

Sie können Aufgaben an kompetente Kollegen und Agenturen outsourcen.

Sie können Ihr Geschäftsmodell schrumpfen und am Mangel entlang umbauen.

Sie werfen das Problem mit Geld zu und zahlen ein deutlich hohes Gehalt.

Sie bauen online eine starke Arbeitgebermarke auf und hoffen das Beste.

Oder – und das ist zukunftsträchtiger – Sie lernen endlich mehr darüber, wie Millenials ticken und setzen diese Erkenntnisse strategisch um.

Zusammenfassung der EY-Studie als PDF (Direktlink)

Das wünschen sich Fachkräfte der Millenial-Generation

Als die größten Herausforderungen bei der Jobsuche betrechten die Befragten „Ein Unternehmen zu finden, das meinen Vorstellungen entspricht (Unternehmenskultur, flexible Arbeitszeiten etc.) mit 41% und „Passende Jobangebote für meine beruflichen Interessen zu finden“ mit 36%. Erst danach folgen Gehalt und die Suche nach einer Stelle, die zur Qualifikation passt.

Ebenfalls spannend: Das persönliches Netzwerk ist bei der Suche wichtiger als Karriereplattformen. Gute Arbeitgeber:innen werden empfohlen, freie Stellen im Bekanntenkreis weitergegeben.

Die Zeiten sind günstig für einen Arbeitgeberwechsel

Viele Unternehmen suchen Mitarbeiter:innen und Fachkräftemangel herrscht sowieso. Die Suche nach neuen Team-Mitgliedern ist den Erkenntnissen der Studie nach aber erst der zweite Schritt.

Erst müssen „inhouse“ alle entspannt zufrieden sein und im guten Arbeitsklima eine Chance auf persönliche Entfaltung haben, dann klappt auch Recruiting durch Empfehlung.

Mit allen Themen rund um moderne Kanzleiführung und New Work beschäftigen wir uns neben Digitalisierung auch in unserem Podcast. Hören Sie doch mal rein!

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Der Podcast greift die Themen der #Zukunftskanzlei auf: neue Arbeitsfelder für Steuerberater, Menschen aus der Branche mit ihren Erfahrungen, moderne digitale Technologien und konkrete Tipps, die schon heute umsetzbar sind. Deine Gastgeber, Carola Heine und Olaf Clüver aus dem lexoffice Team, sind für dich der Zukunft auf der Spur. Dazu bringen sie eigenen Themen ein und lassen im Gespräch mit Gästen die Sprühfunken fliegen. Sei dabei in der Runde, freue dich auf neue Einblicke und hole dir den Extra-Schub auf der Zukunftsgeraden.

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