Recruiting in der Steuerbranche: Wunschmitarbeiter finden

Recruiting in der Steuerbranche: Wunschmitarbeiter finden

Es ist nicht daran zu rütteln: Kanzleien auf der Suche nach neuen Mitarbeiter*innen bewegen sich auf einem Arbeitnehmermarkt. Lesen Sie, wie Sie auch im Fachkräftemangel Ihr Team erweitern.

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Qualifizierte Fachkräfte egal welcher Altersstufe können sich heutzutage aussuchen, bei welcher Kanzlei sie anfangen. Steuerberater*innen hören folgerichtig von allen Seiten, dass sie ihre Ansprüche anpassen und etwas bieten müssen, um Mitarbeiter*innen zu finden. Das stimmt auch. Doch die Erfolgsaussichten lassen sich noch deutlich weiter steigern.

Getränke gehen aufs Haus, verspannte Schultern werden massiert und in regelmäßigen Abständen wird zur Gruppentherapie in Form von Teambuilding-Events geladen: Vor allem kleinere Kanzleien oder Einzelkämpfer*innen auf der Suche nach den ersten Team-Mitgliedern kommen ganz schön ins Schwitzen, so hoch scheint die Latte für Mitarbeiter-Benefits zur Fachkräftebindung zu liegen.

Wenn Ihnen das gefällt und auch die Ideen Ihnen nicht ausgehen, können Sie wahrscheinlich locker mithalten. Auch ohne ein Vermögen zu investieren. Doch es besteht immer die Gefahr, dass der Reiz des Neuen schnell verfliegt und nichts Besonderes mehr bleibt, wenn jede Kanzlei ein Entspannungs-Bällebad hat oder über eine Kaffeemaschine verfügt, mit der man beinahe ins All fliegen kann, so viele Features sind vorhanden.

Was bleibt, wenn der Reiz des Neuen verflogen ist?

Fest steht: Niemand benötigt die meisten Benefits wirklich, sie sind »nice to have« und es besteht immer die Gefahr, dass die Ansprüche noch steigen, obwohl das nie der Plan war. Was andere wirklich brauchen, um als Fachkraft im Team anzukommen und dort auch bleiben zu wollen, das ist die wirklich spannende Frage.

Versetzen Sie sich in die Situation einer Person, die ihre berufliche Existenz und damit finanzielle Abhängigkeit und Planung der nächsten Jahre oder Jahrzehnte an ihre Kanzlei hängen soll. Was sieht und hört dieser Mensch von Ihnen, der sich bewirbt – und wie kommt es an?

Die Frage nach dem Bedarf lässt sich nicht pauschal beantworten, denn jede*r Bewerber*in ist ein Einzelfall, auf den Sie sich einstellen müssen. Nicht, um die eigenen Werte und Vorstellungen hintenan zu stellen – ganz im Gegenteil, Sie erfahren schneller und sicherer, ob das Zwischenmenschliche auch für Sie passt, wenn Sie sich mit den Bedürfnissen Ihres Gegenübers auseinandersetzen.

Moderne Kanzleien mit Schwerpunkt auf »Mitarbeiterwellness«

Es ist wichtig, sich vorab Gedanken zu machen, wie Sie vorhandenen und potenziellen Mitarbeitenden Wertschätzung signalisieren und etwas Gutes tun können, um Fachkräfte zu binden. Vergessen Sie aber nicht, dass nicht jedes »Benefit« für alle passt.

Ein paar Beispiele aus der Praxis:

Die alleinerziehende Steuerfachangestellte wird durch ständige Teambuilding-Events eher organisatorisch belastet als erfreut und würde jeden Kickertisch gegen eine völlig freie Zeiteinteilung tauschen.

Der Experte mit Gesundheitsproblemen ist vielleicht in Spezialthemen herausragend, wird aber nur 20 Stunden wöchentlich arbeiten können und braucht einen bestimmten Stuhl. Er will keinesfalls ins Home-Office »müssen«.

Die Nachwuchskräfte frisch von der Akademie möchten sich nebenberuflich etwas aufbauen, teils zeitweise als digitale Nomaden vom Ausland aus arbeiten oder einmal im Jahr einige Monate »Sabbatical« machen und das Angesparte bei Weltreisen verbrauchen, statt durchgehend zu arbeiten.
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Das sind lauter gut zu lösende Anforderungen:
Wenn Sie offen dafür sind und sie überhaupt davon erfahren, was genau diesen Menschen vor Ihnen zur Annahme einer Festanstellung bewegen kann.

Was gebraucht wird, kommunizieren. Das gilt auch für Sie.

Damit das Recruiting in der Steuerbranche von Erfolg gesegnet ist, müssen auch Sie Ihre Werte und Anforderungen klar kommunizieren. Diese Botschaft lässt sich gut mit den vorhandenen Mitarbeitenden herausarbeiten, denn die können bereits Feedback dazu geben, ob alles Wissenswerte verständlich transportiert wird.

Fragen Sie Ihre Bewerber-Kandidat*innen:

  • Was brauchen Sie, um hier glücklich und zufrieden zu arbeiten?
  • Was begeistert Sie, im Job und allgemein, wofür brennen Sie?
  • Was könnte Sie überzeugen, sich unserem Team anzuschließen?

Gehen Sie nicht nach dem Motto vor »Dafür gibt es die Probezeit«, denn wenn es um den Ruf eines Steuerberaters als Arbeitgebermarke geht, ist die Branche auf einmal sehr übersichtlich. (Anders herum kann auch ein nicht erfolgreiches Gespräch zu einem guten Ruf beitragen, wenn es authentisch und fair geführt wurde.)

Wenn Sie sich selbst treu bleiben und ihrem Gegenüber die Möglichkeit ebenfalls bieten – wenn Sie aufmerksam sind und darauf achten, potenziellen Mitarbeitern die Berührungsängste zu nehmen – dann sind Sie anderen Kanzleien einen sehr großen Schritt voraus und werden früher oder später Wunschmitarbeiter finden, die dann auch bleiben.

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Über den Autor
Carola Heine
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