AfA &
8211; Abschreibung

Bei der Abschreibung – auch Absetzung für Abnutzung oder kurz AfA genannt – handelt es sich um eine betriebswirtschaftliche Verteilung des Wertverlustes einer Anschaffungen auf mehrere Jahre. Dabei wird die Wertminderung der Anschaffung in der Berechnung des Unternehmensgewinns berücksichtigt. Abschreibungen wirken sich gewinnmindernd für die Dauer der Nutzung aus und reduzieren damit die Steuern, die an das Finanzamt für den Gewinn abgeführt werden müssen. Vergleichbar zum Prinzip der Abschreibung sind bei der Einkommenssteuer-Berechnung Absetzungen wie zum Beispiel für die Anschaffung von Büromöbeln oder Werbungskosten.

Abschreibungsmethoden: lineare Abschreibung & degressive Abschreibung

Lineare Abschreibung:

Bei der linearen Abschreibung, die mittlerweile das Standardverfahren ist, werden die Kosten für eine Anschaffung immer gleichmäßig auf deren Nutzungsdauer verteilt. Damit benötigt man für die Berechnung des jährlichen Abschreibungswertes einer Anschaffung lediglich die Anschaffungskosten und die Nutzungsdauer, die in der AfA-Tabelle geregelt ist. Der Restwert oder auch Buchwert muss nicht zur Berechnung der Abschreibung mitgeführt werden. Erfolgt eine Anschaffung nicht zum Beginn sondern im Laufe eines Geschäftsjahres wird im ersten Jahr anteilig für die verbleibenden Monate abgeschrieben. Bei einem Geschäftsjahr von Januar bis Dezember und einer Anschaffung im Juli würde sich der abschreibbare Betrag daher um 6/12 im ersten Jahr vermindern. Nutzen Sie doch einfach den kostenlosen Lexware lexoffice Abschreibungsrechner.

Degressive Abschreibung:

Die degressive Abschreibung wurde vom Gesetzgeber abgeschafft und kann seit dem 01.01.2011 (entscheidend ist hierbei das Kaufdatum einer Sache) nicht mehr verwendet werden.
Bei der degressiven Abschreibung wird ein fester Prozentsatz vom Restbetrag bzw. Buchwert des Vorjahres abgezogen (im Gegensatz zur linearen Abschreibung die sich immer auf den Kaufpreis bezieht). Daher vermindert sich der abschreibbare Betrag mit jedem Jahr, da auch der Restwert entsprechend geringer wird
Der Prozentsatz der Abschreibung errechnet sich für Anschaffungen im Zeitraum vom 01.01.2009 bis 31.12.2010 wie folgt: Das 2,5-fache der linearen Abschreibung, maximal aber 25 %.

Die Nutzungsdauer – wie lange kann etwas abgesetzt werden?

Die Nutzungsdauer von Anschaffungen kann nicht frei vom Unternehmen gewählt werden, sondern ist in der amtlichen AfA-Tabelle des Bundesministeriums für Finanzen definiert. Was lange eine bestimmte Nutzungsdauer ist, legt also der Gesetzgeber fest. Die jeweiligen Nutzungsdauern findet man in der AfA-Tabelle von A wie Anhänger (11 Jahre) bis Z wie Zeichengeräte (8 Jahre). Die Übersicht der AfA Tabellen finden Sie hier: Abschreibungstabelle für Anlagegüter. Einen Rechner zur Berechnung der Abschreibung finden Sie hier.

Ein einfaches Beispiel für lineare Abschreibung

Sie haben eine kleine Werbeagentur und benötigen für einen neuen Mitarbeiter einen Laptop. Die Kosten für den Computer belaufen sich inklusive Tasche und Zubehör auf 900 Euro.
In der Tabelle für die Nutzungsdauer für AfA des Finanzamtes ist der Laptop mit einer Nutzungsdauer von 3 Jahren angegeben.

Bei Verwendung von linearer Abschreibung sieht das Ganze in der vereinfachten Form dann wie folgt aus:

im 1. Jahr (Jahr der Anschaffung):
Abschreibungsbetrag = Anschaffungswert / Nutzungsdauer = 900 Euro / 3 Jahre = 300 Euro/Jahr
Der Restwert der Anschaffung nach dem 1. Jahr beträgt damit 900 Euro – 300 Euro = 600 Euro

im 2. Jahr
Der Abschreibungsbetrag ist ebenfalls 900 Euro /3 = 300 Euro , der Restwert beträgt: 600 Euro -300 Euro = 300 Euro

im 3. Jahr 
Wieder können 300 Euro abgeschrieben werden. Der Restwert beträgt jetzt 300 Euro – 300 Euro = 0 Euro
Damit ist der Laptop, unabhängig von der weiteren Benutzung durch den Mitarbeiter, aus Sicht der Buchhaltung  nach 3 Jahren nichts mehr wert und gilt als vollständig abgeschrieben.

Einfacher geht die Berechnung mit dem Abschreibungsrechner von Lexware lexoffice.

Tipp:

Um unangenehmen Rückfragen von Betriebsprüfern aus dem Weg zu gehen empfiehlt es sich immer einen Restwert von 1 Euro zu belassen und nicht auf 0 Euro abzuschreiben. Damit ist der angeschaffte Gegenstand dann immer noch als “in Gebrauch” gekennzeichnet. In diesem Fall wäre damit der Abschreibungsbetrag im 3. Jahr nicht 300 Euro sondern nur 299 Euro. Damit bei der Berechnung und der Buchhaltung alles reibungslos läuft empfiehlt es sich von Anfang an eine Buchhaltungssoftware einzusetzen.