Restaurant eröffnen

So machen Sie sich erfolgreich als Gastwirt:in selbstständig

Sie möchten ein eigenes Restaurant eröffnen? Dann sollten Sie sich im Klaren darüber sein, dass die Gastro-Branche ein knallhartes Geschäftsfeld ist, das neben Organisationstalent viel Arbeit und einiges an Stress mit sich bringt. Hier erfahren Sie, was Sie auf Ihrem Weg zum:zur erfolgreichen Gastwirt:in beachten und welche behördlichen Hürden Sie überwinden müssen.

Persönliche Voraussetzungen – eignen Sie sich für die Selbstständigkeit in der Gastronomie?

Spaß am Kochen allein ist keine ausreichende Grundlage, um ein Restaurant eröffnen zu können. Auch wenn Sie am heimischen Herd die wunderbarsten Gerichte zaubern, heißt das noch lange nicht, dass Sie das im großen Stil umsetzen können. Zudem benötigen Sie eine gehörige Portion unternehmerisches Know-how, denn es sind wichtige wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen, von denen letztlich Ihr Erfolg als Gastronom:in abhängt.

Haben Sie bereits Erfahrungen in der Gastronomie gesammelt, können Sie besser abschätzen, was Sie erwartet. Ideal wären eine klassische Berufsausbildung, beispielsweise als Koch:Köchin, Restaurantfachkraft oder Weintechnolog:in, oder ein Studium in Bereichen wie Gastronomiemanagement, Foodmanagement oder Culinary Management. Auch Weiterbildungen zum:zur Hotelbetriebswirt:in oder zum:zur Fachwirt:in in der Gastronomie können sich als äußerst hilfreich erweisen. Natürlich steht es Ihnen frei, auch ohne entsprechende Vorkenntnisse ein Restaurant zu eröffnen. Das Risiko für einen Fehlschlag ist in diesem Fall jedoch um einiges höher.

Fragen Sie sich grundsätzlich, ob Sie für die Selbstständigkeit gemacht sind. Die folgenden Eigenschaften sollten Sie unbedingt mitbringen, wenn Sie ein Restaurant eröffnen wollen:

  • Mut,
  • Ehrgeiz,
  • Eigeninitiative,
  • Einsatzbereitschaft,
  • Entschlossenheit,
  • Belastbarkeit,
  • Kreativität,
  • Verantwortungsbewusstsein,
  • Führungsvermögen,
  • Leidenschaft,
  • Durchhaltevermögen.

Wichtig ist außerdem, Aufgaben sinnvoll delegieren zu können. Erledigen Sie alles selbst, weil Sie eine bestimmte Vorstellung davon haben, wie etwas gemacht werden muss und denken, dass keine:r das besser kann als Sie, landen Sie irgendwann in einer Sackgasse. Einerseits droht Ihnen eine chronische Überarbeitung, andererseits geben Sie Ihren Mitarbeiter:innen keine Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln, und nehmen ihnen damit jegliche Motivation.

Selbstständig machen und ein Restaurant eröffnen

Selbstständig machen in der Gastronomie – Geschäftsidee und Grundkonzept

Es existiert kaum eine Ortschaft, in der es nicht bereits mindestens ein Restaurant gibt. Um gegen bestehende Mitbewerber:innen eine Chance zu haben, benötigen Sie ein stimmiges Konzept mit einem Alleinstellungsmerkmal. Bieten Sie Ihren Gästen etwas, das sie bei der Konkurrenz nicht bekommen. Egal ob Sie ein deutsches, ein italienisches oder ein amerikanisch inspiriertes Restaurant eröffnen, ob Ihre Speisekarte eine bunte Mischung enthält oder ausschließlich vegetarische oder vegane Gerichte, die wichtigste Frage lautet immer: Was an Ihrem Lokal ist so besonders, dass sich ein Besuch lohnt? Bei der Orientierung helfen die Antworten auf diese Fragen:

  • Welche Speisen und Getränke möchte ich anbieten?
  • Welche Zielgruppe möchte ich ansprechen?
  • In welchem Preissegment soll sich mein Angebot bewegen?
  • Sind spezielle Angebote wie Brunch, Buffet oder ein wechselnder Mittagstisch geplant?
  • Biete ich nur warme Speisen an oder auch Frühstücksmenüs?
  • Verwende ich überwiegend regionale und/oder saisonale Lebensmittel?
  • Hat mein Restaurant eine einzigartige Atmosphäre?
  • Können meine Gäste bei gutem Wetter draußen speisen?

Letztlich sind Ihrem Einfallsreichtum keine Grenzen gesetzt. Allerdings sollten Sie sich bei der Erarbeitung Ihres Konzeptes auf Ihre Stärken konzentrieren. Es bringt nichts, aus rein wettbewerblichen Gründen etwas umsetzen zu wollen, von dem Sie nicht selbst überzeugt sind. Sie müssen zu 100 Prozent hinter Ihrer Idee stehen und lieben, was Sie tun. Ihre Gäste spüren, ob Sie mit Selbstbewusstsein, Leidenschaft und Engagement an die Sache herangehen, und lassen sich in diesem Fall gern mitreißen. Wenn Sie hingegen ein Restaurant eröffnen, das Ihren eigenen Vorlieben entgegensteht, wird sich das schnell in Ihrer Arbeit widerspiegeln und sich nachteilig auf den Geschäftserfolg auswirken.

Achten Sie außerdem darauf, dass Ihr Geschäftskonzept rundum schlüssig ist. Das bedeutet, dass die Speisen sowohl mit der Einrichtung als auch mit der Preisgestaltung im Einklang stehen. Wenn Sie ein italienisches Restaurant eröffnen, sollten Sie sich mit Ihrem Speisenangebot vor allem auf Pizzen und Pasta konzentrieren. Wird es ein American Diner, dürfen Ihre Gäste zu Recht Burger und Steaks auf der Speisekarte erwarten.

Den richtigen Standort für Ihr Restaurant finden

Einer der wichtigsten Punkte für den Erfolg in der Gastro-Branche ist die Standortwahl. Die Infrastruktur ist beim Restaurant eröffnen ebenso von Bedeutung wie die Nachbarschaft, Mitbewerber in der näheren Umgebung und die Kapazität Ihrer Wunsch-Location. Mit Stammkund:innen allein kann sich keine Gastwirtschaft dauerhaft über Wasser halten. Deshalb ist es wichtig, dass auch Laufkundschaft auf Sie aufmerksam wird. Ideal ist ein Standort, der sowohl zu Fuß als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen ist. Nahegelegene Parkmöglichkeiten für Autos sind ebenfalls von Vorteil. Achten Sie außerdem auf Störfaktoren wie längerfristige Baustellen oder Straßenlärm.

Nehmen Sie sich vor Unterzeichnung eines Miet- oder Pachtvertrages unbedingt die Zeit, die Örtlichkeit zu prüfen. Wollen Sie auch wochentags einen Mittagstisch anbieten, sollten genügend Firmen im Umkreis sein, deren Mitarbeiter:innen das ausnutzen. Mit einem alternativen Restaurant sind Sie in Universitätsnähe besser aufgehoben als in einem Bankenviertel. Gab es in der Umgebung bereits Wirtschaften, die sich nicht lange halten konnten? Das kann durchaus daran liegen, dass der generell ungünstig ist. Zudem dürfen Sie nicht überall ein Restaurant eröffnen. In reinen Wohngebieten sind Lokale zum Beispiel nicht einmal ausnahmsweise zulässig.

Restaurant eröffnen: Die Standortwahl ist entscheidend & das Konzept muss stimmig sein

Gastronomie eröffnen – mit diesen Kosten müssen Sie rechnen

Wollen Sie ein Restaurant eröffnen, müssen Sie je nach Konzept und Ausstattung eine hohe fünfstellige bis sechsstellige Summe investieren. In den meisten Fällen bewegen sich die Kosten zwischen 20.000 und 100.000 Euro. Nach oben sind natürlich keine Grenzen gesetzt.

Wie viel Startkapital Sie genau benötigen, richtet sich unter anderem danach, ob Sie ein bestehendes Lokal einschließlich Einrichtung übernehmen oder ein völlig neues Restaurant eröffnen. Bei einer Übernahme sollten Sie das vorhandene Inventar, vor allem die Kücheneinrichtung, genau überprüfen, um am Ende nicht doppelt zahlen zu müssen. Können Sie für die Restaurantausstattung nicht ausreichend Eigenkapital aufbringen, müssen Sie sich um eine anderweitige Finanzierung kümmern. Neben staatlicher Unterstützung kommen hierfür auch externe Kapitalgeber in Frage.

Natürlich können Sie auch als Franchise-Nehmer ein Restaurant eröffnen. Das vereinfacht die Finanzierung, da Sie bei den Verhandlungen mit potenziellen Geldgebern mit einem bewährten Geschäftskonzept punkten können. Zugleich können Sie vom Wissen, der Infrastruktur und den Kontakten des Franchise-Gebers profitieren. Allerdings müssen Sie umsatzabhängige Gebühren zahlen und sind in Ihren Freiheiten zur individuellen Gestaltung Ihrer Gastwirtschaft eingeschränkt.

Wenn Sie ein neues Restaurant eröffnen, müssen Sie bei den Gründungskosten die Aufwendungen für die Suche nach einer geeigneten Location einschließlich der Maklergebühren, die Gebühren für die Anmeldung beim Gewerbeamt und die Kosten für die erforderliche Konzession einrechnen. Darüber hinaus erwarten Sie hohe Investitionskosten für die Einrichtung Ihrer Gastwirtschaft. Dazu gehören neben dem zum Angebot passenden Mobiliar auch Gläser und Geschirr, die Küchenausstattung, das Kassensystem und die Ausstattung von Lager- und Kühlräumen. Gegebenenfalls können Sie Geld sparen, indem Sie Möbel und Küchengeräte aus zweiter Hand erwerben.

Nach der Restauranteröffnung fallen regelmäßig folgende Ausgaben an:

  • Miet- und Pachtzahlungen,
  • Lebensmittel- und Getränkekosten,
  • Steuern und Versicherungen,
  • Personalkosten,
  • Marketingkosten,
  • Energie- und Wasserkosten,
  • Telefon- und Internetkosten,
  • GEZ- und GEMA-Gebühren.

Bis Sie mit Ihrem Restaurant Gewinne erzielen, kann es einige Zeit dauern. Daher sollten Sie beim Kapitalbedarf eine Rücklage einrechnen, aus der Sie in der Anfangszeit die laufenden Kosten bezahlen können.

Statistik: Michelin-Sterne-Restaurants in Deutschland nach Sternekategorien (Ausgabe 2022) | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Businessplan – unverzichtbar für Restaurant-Gründer und Geldgeber

Damit Ihre Gastwirtschaft von Beginn an auf finanziell sicheren Füßen steht, sollten Sie unbedingt einen Businessplan ausarbeiten. Besonders wenn Sie ein ganz neues Restaurant gründen und dafür einen gewissen Umfang an Kapital benötigen, kann ein solider Geschäftsplan dabei helfen, mögliche Kapitalgeber von Ihrer Idee zu überzeugen.

Im Businessplan beschreiben Sie kurz und prägnant Ihr Geschäftskonzept, die maßgeblichen Erfolgs- und Risikofaktoren und die Ziele für die ersten Jahre Ihrer Selbstständigkeit in der Gastronomie. Chancen bestehen beispielsweise in der Positionierung (z. B. veganes Restaurant). Ein Risiko wäre der enorme Fachkräftemangel. Des Weiteren ist die Preiskalkulation relevant. Welche Preisstrategie verfolgen Sie und weshalb? Was kostet Sie der Einkauf und zu welchen Preisen wollen Sie Ihre Speisen und Getränke anbieten. Darüber hinaus sind Standortfaktoren wie die Erreichbarkeit, die Chance auf Laufkundschaft, Mitbewerber in der näheren Umgebung, Störfaktoren wie Straßenlärm und die Kapazität der Location von Bedeutung.

Im Abschnitt zur Finanzierung legen Sie den Kapitalbedarf für Ihr Restaurant dar und erörtern, wie sich das Gründungsvorhaben rentieren wird. Zu berücksichtigen sind alle größeren Investitionen wie:

  • Umbau und Renovierung,
  • Mobiliar, Küchenausstattung und Lagereinrichtung,
  • Geschirr, Besteck, Gläser,
  • Erstausstattung Lebensmittel und Getränke,
  • Miete oder Pacht,
  • Personalkosten,
  • Betriebskosten.

Der Finanzplan sollte all dies genau widerspiegeln, damit sich potenziellen Geldgeber ein möglichst exaktes Bild von Ihrem Restaurant und dem erforderlichen Kapitalbedarf machen können.

Möchten Sie für das Restaurant eröffnen einen Gründungszuschuss beantragen, benötigen Sie außerdem eine fachkundige Stellungnahme zur Tragfähigkeit Ihres Gründungsvorhabens. Hierbei geht es darum, dass eine sogenannte „fachkundige Stelle“ Ihren Businessplan beurteilt. Das ist in aller Regel nur eine Formalität, die jedoch sehr wichtig ist. Erstellt werden solche Stellungnahmen beispielsweise von:

  • Industrie-, Handels- und Handwerkskammern,
  • berufsständischen Kammern (z. B. Innungen,
  • Steuerberatungen,
  • Fachverbänden,
  • Banken und Sparkassen,
  • Einrichtungen der kommunalen Wirtschaftsförderung.

Scheuen Sie sich nicht aus Angst vor Kritik davor, eine fachkundige Stelle aufzusuchen. Jedes frühzeitig wahrgenommene Problem schützt Sie vor späteren Schwierigkeiten. Es ist sinnvoll, Ihren Businessplan mit Hilfe eines Profis entsprechend anzupassen oder gleich gemeinsam mit diesem zu erstellen.

Existenzgründung in der Gastronomie – diese Rechtsformen eignen sich

Bezüglich der Rechtsform für Restaurants gibt es in Deutschland keine rechtlichen Vorgaben. Grundsätzlich müssen Sie sich jedoch für eine Rechtsform entscheiden, um einen gastronomischen Betrieb eröffnen zu können.

Aktuell haben Sie die Wahl aus circa acht Rechtsformen. Diese werden in sogenannte Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften untergliedert und unterscheiden sich in erster Linie durch:

  • die Anzahl der an der Führung des gastronomischen Betriebs beteiligten Personen,
  • den Umfang und die Art der Haftung sowie
  • den buchhalterischen, notariellen und steuerrechtlichen Verwaltungsaufwand inklusive der damit verbundenen Kosten.

Um eine tragfähige Entscheidung treffen zu können, sollten Sie sich vor der Wahl der Rechtsform folgende Fragen stellen:

  • Wie viele Personen werden sowohl finanziell als auch personell am Restaurant beteiligt sein?
  • Womit wird die gegründete Gastwirtschaft im Schadensfall haften?
  • Wie hoch dürfen der Verwaltungsaufwand und die Verwaltungskosten der Rechtsform ausfallen.
  • Habe ich schon zu Beginn der Restaurantgründung ausreichend Kapital, um beispielsweise die Mindesteinlage (Stammkapital) für die Gründung einer GmbH aufbringen zu können.

Im Großen und Ganzen lässt sich sagen, dass Rechtsformen mit hoher persönlicher Haftung einen niedrigeren Kostenaufwand bedeuten als Rechtsformen mit geringerer persönlicher Haftung. Beispielsweise sind die Steuerberatungskosten für ein Einzelunternehmen mit persönlicher Haftung nur halb so hoch wie für eine GmbH ohne persönliche Haftung. Grund hierfür ist die Bilanzierungspflicht der GmbH, die es beim Einzelunternehmen nicht gibt. Unterstützung bezüglich der Wahl einer geeigneten Rechtsform für Ihr Restaurant bieten Gründungsberatungen, Steuerkanzleien oder Rechtsanwält:innen. Zu den Kosten für die Gründungsberatung erhalten Sie gegebenenfalls sogar finanzielle Zuschüsse vom Staat.

Die Rechtsform, die Sie für Ihr gastronomisches Unternehmen wählen, wirkt sich auf unterschiedlichste Bereiche aus. Benötigen Sie beispielsweise Kapital für die Gründung oder einen späteren Ausbau Ihres Lokals, prüfen potenzielle Investor:innen die Bonität Ihres Unternehmens und bestimmen anhand dieser Informationen die Höhe und die Konditionen des gewährten Kredites. Bei einer Personengesellschaft werden hierzu das private Vermögen und die Bonität des Unternehmers bzw. der Unternhemerin herangezogen, bei einer Kapitalgesellschaft die Bonität des gastwirtschaftlichen Betriebes.

Businessplan und Finanzierung müssen solide sein, wenn sie ein Restaurant eröffnen

Das richtige Personal für die Restauranteröffnung einstellen

Mit den Mitarbeiter:innen steht und fällt der Erfolg Ihrer Gastwirtschaft. Das fängt beim Koch / bei der Köchin an und reicht über die Bedienungen bis hin zur Reinigungskraft. Ihre Gäste wollen sich rundum wohlfühlen. Dazu gehören gutes Essen, ein zuvorkommender Umgang und eine saubere und freundliche Atmosphäre. Mit engagiertem Personal und effizienten Abläufen und Prozessen in der Speisenzubereitung und im Service stellen Sie sicher, dass aus Laufkundschaft Stammgäste werden, die gerne wiederkommen.

Bei der Mitarbeitersuche sollten Sie vor allem auf folgende Punkte achten:

  • Das A und O für Angestellte in der Gastronomie sind Freundlichkeit und Serviceorientierung. Ein unfreundlicher oder unaufmerksamer Kellner kann Sie ebenso Gäste kosten wie versalzene oder angebrannte Speisen.
  • Stellen Sie nicht nur günstige Gastronomieneulinge ein, sondern auch erfahrene Kräfte. Diese sind zwar etwas teurer, dafür können Sie aber sicher sein, dass Ihr Restaurant von Anfang an optimal läuft.
  • Laden Sie Ihre Bewerber:innen zum Probearbeiten ein. Auf diese Weise können Sie schnell feststellen, ob es sowohl vom fachlichen Know-how als auch von der Chemie her passt.
  • Bieten Sie Ihren Mitarbeiter:innen mehr als „nur einen Job“. Fühlt sich Ihr Team bei Ihnen wohl und ist die Bezahlung fair, wird es mehr Leistungsbereitschaft und Motivation zeigen.

Denken Sie daran, von jedem:jeder Mitarbeiter:in ein Gesundheitszeugnis einzuholen. Außerdem gilt für Angestellte in der Gastronomie eine Mitführungs- und Vorlagepflicht für Ausweispapiere.

Marketing – so bringen Sie Gäste In Ihr Lokal

Ob Sie Ihr Restaurant in eine Goldgrube verwandeln können, hängt in hohem Maße vom Marketing ab. Überlegen Sie sich daher vorab genau, wie Sie sich positionieren wollen. Verleihen Sie Ihrem Gastro-Unternehmen ein eindeutiges, scharfes und wiedererkennbares Profil. Dieses sollte sich auch in der Speisekarte, in der Einrichtung, in Ihrem Internetauftritt und im Namen widerspiegeln. Vorteilhaft ist ein klangvoller Name, der den Geist und die Identität Ihres Restaurants transportiert und sich leicht merken lässt.

In kaum einer Branche stehen Ihnen so vielfältige Marketingoptionen zur Verfügung wie in der Gastronomie. Zu den gängigsten Werbemaßnahmen gehören Flyer und Anzeigen in lokalen Blättern. Diese eignen sich nicht nur, um auf die Eröffnung Ihres Restaurants aufmerksam zu machen, sondern auch, um dieses bei besonderen Gelegenheiten immer wieder in Erinnerung zu rufen. Weitere interessante Möglichkeiten bieten das Internet und die sozialen Medien. Auf Facebook, Twitter, Pinterest, Instagram, TikTok und Co. können Sie mit tagesaktuellen Angeboten locken. Statt langer Texte empfehlen sich hierzu Fotos und Videos in ansprechender Optik, die Ihrem Zielpublikum bereits beim Anblick das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen.

Um möglichst viele Menschen zu erreichen, sollten Sie auf allen geeigneten Online-Kanälen präsent sein. Das beginnt bei der eigenen Restaurant-Website und reicht über den Eintrag in Branchenverzeichnisse bis hin zu Google AdWords-Anzeigen. Richten Sie sich an ein jüngeres Publikum, empfiehlt sich ein Instagram-Account, auf dem Sie ansprechende Fotos von Ihren Speisen posten. Zudem können Sie nach der Eröffnung Ihres Restaurants Ihre Gäste animieren, Bilder von Ihren Gerichten online zustellen und eine Einschätzung auf Bewertungsportalen abzugeben. Bieten Sie einen Lieferservice an, lohnt sich außerdem die Listung auf Bestellplattformen wie Lieferando.

Das wichtigste Marketing findet im Restaurant selbst statt. Um einen schönen Abend genießen zu können, erwarten Ihre Gäste einen aufmerksamen, herzlichen Service und eine hohe Qualität. Fertiggerichte können Ihre Kunden auch im Supermarkt kaufen und Tiefkühlgemüse schmeckt meist längst nicht so gut wie frisches. Damit können Sie vielleicht Touristen abspeisen, nicht jedoch Stammgäste gewinnen. Schaffen Sie es, für Ihr leckeres Essen, die frischen Lebensmittel und Ihren guten Service weiterempfohlen zu werden, wird Ihr Traum von der eigenen Gastwirtschaft langfristig Bestand haben.

Restaurant eröffnen – diese Genehmigungen und Auflagen brauchen Sie

Für die Eröffnung eines Lokals benötigen Sie diverse Genehmigungen und Lizenzen und müssen überdies viele Auflagen beachten. Bis diese Formalitäten erledigt sind, können schon mal Wochen bis Monate vergehen. Deshalb sollten Sie damit anfangen, sobald die Finanzierung Ihres Etablissements geklärt ist.

Wenn Sie ein Restaurant eröffnen wollen, benötigen Sie eine Gewerbeanmeldung. Was Sie hierfür brauchen und welche Kosten auf Sie zukommen, steht auf der Webseite des zuständigen Gewerbeamtes. Vorlegen müssen Sie beispielsweise ein Gesundheitszeugnis, mit dem Sie die Erstbelehrung durch einen Amtsarzt oder das Gesundheitsamt nachweisen. Die Gebühren für den Gewerbeschein sind regional unterschiedlich und betragen meist zwischen 20 und 60 Euro. Übernehmen Sie ein Speiselokal von einem Vorbesitzer, können Sie eine vorläufige Erlaubnis erhalten, um dieses während der Prüfungsphase nicht schließen zu müssen.

Wollen Sie in Ihrem Restaurant neben alkoholfreien Getränken und zubereiteten Speisen auch Alkohol anbieten, benötigen Sie eine Gaststättenkonzession (Schanklizenz). Um diese zu erhalten, müssen Sie sich mit folgenden Unterlagen an Ihr zuständiges Ordnungsamt wenden:

  • polizeiliches Führungszeugnis,
  • Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamtes,
  • Auszug aus dem Gewerbezentralregister,
  • Pacht- oder Mietvertrag über die Gaststättenräume (bei Nutzung eigener Räumlichkeiten: Grundbuchauszug),
  • Nachweis über die Unterrichtung bzw. Gesundheitsbelehrung nach § 4 Abs. 1 Nr. 4 GastG,
  • bei Neugründung oder Erweiterung eines Restaurants: Grundrissplan und Erklärung zu den Räumlichkeiten,
  • Nachweis über die Anmeldung des Betriebs bei der Berufsgenossenschaft (Unfallversicherung),
  • Gewerbeanmeldung.

Die Kosten für eine Schanklizenz können zwischen 100 Euro und mehreren tausend Euro schwanken. Abhängig sind sie vom Bundesland, der Lage des Restaurants, dem Umfang der Tätigkeit sowie davon, ob es sich um eine Übernahme oder eine Neueröffnung handelt.

Bezüglich der Auflagen gelten in den einzelnen Bundesländern zum Teil unterschiedliche Regelungen. Zu berücksichtigen sind insbesondere die Ladenöffnungszeiten, die Hygienegesetze und die Brandschutzverordnungen. Überdies bestehen Jugendschutzrichtlinien, eine Mitarbeiter-Unterweisungspflicht zu gesundheitlichen Richtlinien sowie GEMA-Pflichten, die beim Abspielen von Musik zum Tragen kommen. In jedem Fall ist es sinnvoll, sich bezüglich der juristischen Gegebenheiten fachlich beraten zu lassen.

Die Speisekarte als das Aushängeschild Ihres Restaurants

Die Speisekarte ist Ausdruck Ihres Konzepts, spiegelt Ihre Haltung als Restaurantbetreiber:in wider und soll Ihre Gäste bereits bei der Speisenauswahl begeistern. Eine durchdachte Speisekarte ist ein wichtiger Teil Ihres Marketingkonzepts. Bezüglich der Gestaltung können Sie Ihrer eigenen Kreativität freien Lauf lassen oder einen Grafikdesigner beauftragen.

Bieten Sie nicht zu viele Speisen an. Erfahrungen zufolge generieren Restaurants 80 Prozent ihres Umsatzes mit ungefähr einem Viertel der angebotenen Speisen und Getränke. Eine unüberschaubare Auswahl irritiert Ihre Gäste und bietet einen Hinweis auf Convenience Food (vorbereitete Lebensmittel) und Fertigprodukte. Zudem erfordert ein zu großes Speisenangebot einen erheblichen Mehraufwand, der Sie womöglich zu Abstrichen hinsichtlich der Qualität zwingt. Optimal ist eine stimmige Kombination aus ständigen Gerichten und saisonalen Angeboten.

Die Beschreibung Ihrer Speisen sollte schon beim Lesen Appetit machen. Versprechen Sie aber nichts, was sich später nicht auf dem Teller wiederfindet. Achten Sie auf eine ansprechende Sprache und eine korrekte Rechtschreibung.

Gastronomie gründen – unverzichtbare Versicherungen

In Ihren Räumlichkeiten und Außenbereichen können immer Situationen entstehen, in denen Gäste oder Angestellte verletzt werden oder fremdes Eigentum wie Kleidung, persönliche Gegenstände oder Fahrzeuge Schaden nehmen. Müssen Sie hierfür privat haften, kann das den finanziellen Ruin und somit das Aus für Ihr Lokal bedeuten. Eine Betriebshaftpflichtversicherung begleicht zu einem überschaubaren Preis Personen- und Sachschäden sowie unechte Vermögensschäden bis zur vereinbarten maximalen Deckungssumme.

Eine weitere wichtige Versicherung ist die Geschäftsinhaltsversicherung, die Sie vor finanziellen Belastungen bei Eigenschäden, beispielsweise durch Einbruchdiebstahl, Leitungswasser, Sturm, Feuer oder Hagel, schützt. Zum einen trägt sie im Schadensfall die Reparatur- und Wiederanschaffungskosten, zum anderen können Sie eine Betriebsunterbrechungsversicherung zubuchen, im Falle einer vorübergehenden Stilllegung für ausgefallene Gewinne und fortlaufende Kosten aufkommt.

Sorgfältige Vorbereitung schützt vor teuren Fehlern

Die Eröffnung eines Restaurants ist ein großes Projekt, das eine gute Vorbereitung erfordert. Um Fehler zu vermeiden und Fallstricke zu umgehen, sollten Sie äußerst sorgfältig vorgehen. Wenn Sie von Beginn an auf ein klares Konzept, einen geeigneten Standort und eine gute Speisen- und Getränkeauswahl achten und Ihren Gästen einen freundlichen und aufmerksamen Service bieten, steht einer erfolgreichen Restauranteröffnung jedoch nichts im Weg.

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