Trennung Privat- und Geschäftskonto

Warum sollte ein Selbständiger ein vom Privatkonto getrenntes Geschäftskonto haben

Wer als Einzelunternehmer oder Freiberufler den Schritt in die Selbstständigkeit wagt, ist gerade beim Start versucht, möglichst wenig Kosten zu verursachen. Außerdem konzentrieren sich Soloselbstständige gerne vornehmlich auf ihr Kerngeschäft, so dass Buchhaltung, Steuern und Finanzen eher stiefmütterlich behandelt werden. So denken Freiberufler und Kleinunternehmer häufig auch gar nicht über eine Trennung von privaten und geschäftlichen Finanzen nach. Dabei ist ein striktes Trennen von Privat- und Geschäftskonten für jeden, der sich selbstständig macht, ebenso praktisch wie hilfreich.
Wer private Ausgaben und geschäftliche Einnahmen über ein Konto abwickelt, verliert schnell den Überblick. Vor allem bei kleinen Beträgen fehlen dann oft die Belege und Buchungen können nicht mehr zugeordnet werden. Richtig lästig und zeitaufwändig wird die Suche nach den Belegen spätestens am Ende des Jahres, wenn die Vorbereitungen für die Steuererklärung laufen. Welche Posten auf den Kontoauszügen für die Steuer relevant sind und welche Ausgaben rein privater Natur waren, lässt sich dann meist nicht mehr nachvollziehen.
Unabhängig von Steuererklärungen erleichtert die Trennung von Privat- und Geschäftskonten aber auch die Budgetierung. Schließlich sollte der gesamte geschäftliche Zahlungsverkehr über das Geschäftskonto laufen. Die Miete für das Büro oder die angemietete Halle wird vom Firmenkonto abgebucht ebenso wie die Gehälter der Angestellten. Ausgaben für Büromaterial oder Geschenke für Geschäftspartner lassen sich mit der Giro- oder Kreditkarte des Geschäftskonto begleichen. Selbst kleinere Ausgaben fallen so nicht unter den Tisch. Außerdem lässt sich einfach überblicken, welche Rechnungen bereits beglichen wurden und welche noch ausstehen.
Bei vielen Banken gibt es zudem beim Online-Banking die Möglichkeit, die verschiedenen Einnahmen und Ausgaben zu kategorisieren. So lassen sie sich übersichtlich in eine grafische Darstellung bringen, um jederzeit verfolgen zu können, wie sich Einnahmen und Ausgaben über einen bestimmten Zeitraum hinweg entwickeln. Ob und wann der richtige Zeitpunkt für Investitionen oder für zusätzliche Kredite ist, lässt sich besser erkennen.
Auf den Kontoauszügen, für die es im geschäftlichen Umfeld eine Aufbewahrungsfrist von zehn Jahren gibt, tauchen keine privaten Ausgaben aus. So muss das Finanzamt auch nicht erfahren, welche Geschenke die Ehefrau zum Geburtstag erhalten hat.
Wer viele Bank-Transaktionen zu bewältigen hat, kann bei manchen Banken sogar ein Unterkonto zu seinem Geschäftskonto einrichten. Mit diesem Zwei-Konten-Modell lassen sich dann sogar Einnahmen und Ausgaben getrennt voneinander abwickeln. Das erleichtert unter anderem am Ende des Quartals die Abgabe der Umsatzsteuererklärung.
Bei vielen Banken, die Geschäftskonten anbieten, gibt es darüber hinaus noch die Möglichkeit, eine Software einzusetzen oder die verschiedenen Buchungsdaten für die eigenen Buchhaltung oder für den Steuerberater aufbereitet zu exportieren. Die einzelnen Buchungen werden dann automatisch in die Buchhaltungssoftware übertragen. Der Steuerberater oder der Soloselbstständige kann daraus zum Beispiel die Umsatzsteuererklärung generieren und aus der Software heraus an das Finanzamt weiterleiten.

Vorteile getrennter Konten:

  • kein Vermischen privater und geschäftlicher Einnahmen und Ausgaben
  • einfacheres Budgetieren und verfolgen von Engpässen beim Firmenkapital
  • einfachere Buchhaltung
  • Belege für private Ausgaben müssen nicht gesammelt werden
  • Einrichten des Lastschriftverfahrens
  • kein Ärger mit der Bank
  • einfacher Export der Buchungsdaten in die Buchhaltungssoftware
  • eigene Giro- oder Kreditkarte für geschäftliche Ausgaben

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